Die erschlossenen Gegenstände – insgesamt mehr als 60 „Wundermittel“ – zeugen von einer lebendigen magischen Praxis im antiken Trier und zeigen, dass Magie ein selbstverständlicher Bestandteil der Alltagswelt war. Um gewünschte Ereignisse herbeizuführen, wandten die Trierer verschiedene Mittel an: Magische Amulette sollten ihren Trägern Glück bringen oder Unheil abwehren. Bestimmte Materialien hatten den Zweck, Krankheiten zu heilen. Tiere wie Eidechsen wurden ebenfalls als Heilmittel eingesetzt. Opfergaben in Fundamenten oder unter Türschwellen von Häusern sollten den Bewohnern Schutz gewähren.
Auch Fluchtafeln, die in der gesamten antiken Welt als magisches Medium gegen missliebige Feinde zum Einsatz kamen, finden sich im Trierer Fundus. Es handelt sich dabei um kleine, aus Blei gefertigte Bleche. Wer einem Menschen (oder auch einem Tier) Schaden zufügen wollte, ritzte einen Fluch in das Blech, der auf übernatürliche Weise mit Hilfe von Unterweltsgöttern seine Wirkung entfalten sollte. Wer die Wirkung des Schadenzaubers noch verstärken wollte, durchbohrte das Blechplättchen zusätzlich mit einem Nagel. Die Flüche richteten sich in der Regel gegen Rivalen oder auch untreue Partner. So lautet der eingeritzte Text auf einer der Trierer Fluchtafeln: „Wenn du Gott, Hostilla, Tochter der Racatia, vernichtet hast, weil sie mich betrogen hat, werden wir dich … mit einem Opfer verehren.“
Manche Objekte bleiben geheimnisvoll, andere, wie der Phallus am Hauseingang, wirken kurios, wieder andere haben sich bis in die Gegenwart gehalten, so etwa Schmuckanhänger mit Sternzeichen.
Autorin: Anna Joisten





