Der 1757 in der Pfalz geborene Laukhard war allerdings kein durchschnittlicher Fußsoldat. 1783 in Halle zum Magister promoviert, wirkte er zunächst als Gelehrter und Autor. Bei Zeitgenossen war er für seine kritischen Äußerungen berüchtigt, die ihn mehrfach in Schwierigkeiten brachten. Geldsorgen trieben den Gelehrten schließlich in den preußischen Militärdienst.
Doch auch als Soldat blieb Laukhard der Feder treu. Seine unmittelbaren Eindrücke vom Feldzug schickte er einem befreundeten Verleger. Bereits 1793 erschienen sie als „Briefe eines preußischen Augenzeugen“ anonym und ohne Verlagsangabe. Nach seiner Rückkehr fasste Laukhard das Erlebte erneut zusammen und veröffentlichte diese Aufzeichnungen 1796 unter seinem Namen. Diese Zusammenfassung liegt nun in einer kommentierten Neuausgabe vor.
Laukhards Eindrücke unterscheiden sich von Berichten anderer Zeitgenossen und der kriegsverklärenden Propaganda der Zeit. Es sind die ungeschönten Schilderungen eines am Krieg zweifelnden Augenzeugen. Laukhard berichtete vom Plündern und Brandschatzen der eigenen Armee, von „Brotmangel“ und Kälte. Tag für Tag wateten die Soldaten durch Schlamm und „den abscheulichsten Kot“. In den Lagern grassierte die Ruhr, „alles … voll Blut und Eiter“. Laukhard thematisierte auch die Ängste der Soldaten, teilte eigene Zweifel und sogar den Gedanken an Desertion mit. Darüber hinaus zeigte der gelehrte Soldat Sympathie für die Ideale der Französischen Revolution. An den französischen Emigranten, die auf preußischer Seite kämpften, ließ er dagegen kein gutes Haar, beschimpfte sie als „Blutegel“, „Windbeutel“ und „Erzlügner“.
Laukhards Beobachtung, dass Krieg unweigerlich Elend, Laster und Unglück erzeugt, hat bis heute nichts von ihrer Gültigkeit verloren.
Autorin: Anna Joisten
Literatur
Christian Friedrich Laukhard, Meine Kampagne in Frankreich. Hrsg. von Reinhard Kaiser u. a. Berlin 2022.





