Vor 75 Jahren kam es zu einer einschneidenden Entscheidung: Am 17. März 1929 gab die Opel-Werksleitung in Rüsselsheim bekannt, daß soeben 80 Prozent aller Aktien der Adam Opel AG an die General Motors Corporation verkauft worden seien. Es war seit längerem bekannt, daß sich die dritte Generation der Opel-Dynastie nach einer “Schulter zum Anlehnen” umschaute, sah der damalige Chef Wilhelm von Opel doch die “für den Automobilbau kommenden schwierigen Zeiten” voraus. Damit war Opel sehr weitblickend, bereits 1927 hatte er erste Kontakte zu GM geknüpft. GM-Präsident Alfred Sloan hatte Europa als Absatzmarkt in den Blick genommen und tat die richtigen Schritte: Er entschied sich, nicht nur Opels Werkeinrichtungen und Organisation zu übernehmen, sondern auch den wichtigsten Wert: die Marke. Dies war besonders wirksam, da Opel seine Autos stets betont als “deutsche Produkte” beworben hatte. Angesichts dessen erschien die Übernahme durch einen US-Konzern für nationalistische Kreise als “Todesstoß für die deutsche Automobilindustrie”. Wie richtig Opels Entscheidung war, zeigte sich kaum ein halbes Jahr später, als die Weltwirtschaftskrise auch die deutschen Autofirmen ins Taumeln brachte – und Opel dank der starken Schulter in Detroit sich recht gut über Wasser halten konnte.





