Der neueste Band in der Reihe „Oldenbourg Grundriß der Geschichte“ stellt die Fortsetzung eines ersten Bandes zur Geschichte Chinas dar (Helwig Schmidt-Glintzer, Geschichte Chinas bis zur mongolischen Eroberung, 1999). Für diesen Folgeband, der die Zeit von 1279 bis zur Gründung der Volksrepublik China im Jahr 1949 umfaßt, zeichnet nun Sabine Dabringhaus, die als Juniorprofessorin für Außereuropäische Geschichte (Schwerpunkt Ostasien) an der Universität Freiburg lehrt, verantwortlich. Gemäß den Vorgaben des Verlags gliedert sich das Buch in drei etwa gleich lange Anteile: eine gut gelungene, verständlich geschriebene und ausgewogene Darstellung der gesamten Zeitspanne, einen sehr informativen Überblick über die Grundprobleme und Tendenzen der Forschung, und schließlich ein gegliedertes Literaturverzeichnis mit knapp 1000 Titeln, abgerundet durch kurze Anhänge (im Gegensatz zum Vorläuferband inklusive einer Karte) und Register. Dem Ziel der Autorin, die chinesische Geschichte so darzustellen und mit Fragestellungen anzugehen, daß sie für einen Vergleich geöffnet wird und sie damit auch Nicht-China-Experten zugänglich zu machen, wird das Buch voll gerecht. Es stellt im übrigen gerade aufgrund dieser erweiterten Perspektive durchaus auch für den Fachmann eine in vielerlei Hinsicht anregende Lektüre dar. Bei der Darstellung der Forschungslage und -literatur hat das Buch – gemäß der persönlichen Interessenschwerpunkte der Autorin – seine besonderen Stärken in der Zeit vom 18. Jahrhundert an. Sehr positiv ist das Bemühen, neben deutschsprachiger und natürlich englischsprachiger Literatur auch immer wieder Literatur in anderen europäischen Sprachen einzubeziehen. Zwar mag man das Fehlen der fachlich so wichtigen japanischen Forschung bedauern, doch wird diese den primär intendierten Lesern der Buchreihe, Studierenden und Geschichtslehrern, nicht so unabkömmlich erscheinen. Zumindest die wichtigste chinesischsprachige Literatur wird jedoch integriert. In jedem Fall ermöglicht die ausführliche Literaturvorstellung jedem allgemein interessierten Leser, sich in der exponentiell ansteigenden Forschungsliteratur zur chinesischen Geschichte besser zurechtzufinden und einzelne Punkte, die in solch einem einführenden Werk nur angerissen werden können, selbst weiterzuverfolgen.
Rezension: Müller-Saini, Gotelind





