Eine faszinierende Mischung von Ethnien, Sprachen, Religionen und Kulturen macht den Südosten Europas aus. Beherrscht zunächst von Byzanz, dann von Habsburg bzw. dem Osmanischen Reich, bildeten sich die Nationalstaaten (etwa Serbien, Griechenland, Bulgarien oder Rumänien) erst im 19. Jahrhundert heraus. Ein neues Handbuch, entstanden in Kooperation des Südost-Instituts in Regensburg mit der Universität Wien, bietet auf über 800 Seiten profunde Informationen über die BalkanHalbinsel „einschließlich ihres maritimen Umfeldes“ und die Länder der ungarischen Krone. Klug schlagen die Autoren der einzelnen Beiträge mit Quer- und Längsschnitten Schneisen in die Fülle des Darzustellenden. Die Querschnitte beleuchten jeweils die Zeit um 900, 1200, 1500, 1800 sowie das 19. und 20. Jahrhundert, in den thematischen Längsschnitten kann man über historische Demographie oder Verkehr und Handel ebenso wie über Volkskultur und religiöse Praxis oder über die Wechselwirkung von Zentrum und Peripherie lesen. Eine Ortsnamen-Konkordanz, Grunddaten, Hinweise zur Aussprache und eine Fülle von Kartenmaterial ergänzen den beeindruckenden Band, der nicht zuletzt wertvolle Anhaltspunkte für die Beurteilung der heutigen Lage Südosteuropas zwischen Tradition und Moderne bietet.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





