Ulrich Zwingli hatte sich als einflussreichster Reformator in der Schweiz einen Namen gemacht, nicht zuletzt durch sein „Glaubensbekenntnis“ und seine deutschsprachige „Zürcher Bibel“. Nach drei Disputationen (Religionsgesprächen) in den Jahren 1523 und 1524 war es ihm gelungen, seine Glaubenspositionen beim Zürcher Rat durchzusetzen, und dieser beschloss die Reformierung der Stadt. Doch was sollte in den anderen Kantonen geschehen? Auf der am 9. Mai 1526 von der eidgenössischen Tagsatzung einberufenen Disputation in Baden (Aargau) sollte über diese Frage entschieden werden. Aus Protest gegen die die altgläubige Seite begünstigenden Rahmenbedingungen der Veranstaltung blieben Zwingli und die Zürcher Theologen allerdings fern. So standen in der Stadtpfarrkirche Maria Himmelfahrt die Reformatoren Johannes Oekolampadius aus Basel und Berchtold Haller aus Bern den Katholiken Johannes Eck, Thomas Murner und Johann Fabri gegenüber. Man stritt um die Abendmahlslehre, die Bilderfrage, die Heiligenverehrung und das Fegefeuer. Oekolampadius präsentierte sich zwar als äußerst gewandter Redner, doch verurteilten die Vertreter der zwölf Kantone, die die Tagsatzung bildeten, am 8. Juni 1526 mehrheitlich den reformatorischen Glauben. Die erhoffte Glaubenseinheit wurde damit allerdings nicht erzielt, denn Zürich, Bern, Schaffhausen und Basel weigerten sich, den Beschluss der Tagsatzung für ihr Territorium anzunehmen.





