Ein prächtiger Bildband mit dem Titel „Gratia Dei. Das Leben im Mittelalter“ bietet jetzt eine Fülle dieser Bilder und eine ebenso fundierte wie lebendige Einführung in die mittelalterliche Lebenswelt. Der kanadische Mediävist Didier Méhu wagt den großen Überblick in fünf Kapiteln. Das erste, mit „Raum und Zeit“ überschrieben, markiert in der religiösen Grundorientierung des mittelalterlichen Menschen die fundamentale Differenz zwischen Mittelalter und Gegenwart und beschreibt die zunehmende Erkundung des Raums im Rahmen von Handel und Kreuzzügen. Das zweite Kapitel stellt das Land und die bäuerliche Bevölkerung in den Mittelpunkt, den technischen Fortschritt ebenso wie Arbeit, Familie und Wohnen. Kapitel drei widmet sich der Stadt und den Kaufleuten. Der Handel, die Erfindung des Bankwesens sowie Zünfte und Bruderschaften kommen zur Sprache. Unter dem Stichwort „Autoritäten“ werden Bedingungen und Praxis geistlicher und weltlicher Herrschaft erläutert, während Kapitel fünf unter dem Titel „Wissen und Kommunikation“ die zum Teil verschlungenen Wege zur Bildung charakterisiert.
Einziges Manko des schönen Bandes ist, daß die Bilderläuterungen oft zu kurz ausfallen.
Rezension: Talkenberger, Heike





