Im Mittelpunkt des Buches stehen die Großtaten Hadrians in Architektur und Kunst. Hier erhält der Leser zuverlässige Informationen auf dem Stand neuester Untersuchungen und Entdeckungen: etwa über das Wunderwerk des Pantheon, seine bis heute ungelösten Rätsel und seine urbanistische Einbettung, über Fragen der Bauorganisation sowie, freilich nur angedeutet, über seinen Platz im Leben Hadrians. Auch zwei weitere Bauten in Rom sind ausführlich gewürdigt: der Tempel für Venus und Roma und das monumentale Grabmal des Herrschers, die Engelsburg.
Sehr informativ und anschaulich präsentiert Opper die berühmte Villa bei Tivoli. Er betont die Einzigartigkeit des riesigen Komplexes sowie – wie bei allen Villen der römischen Oberschicht – den politischen Charakter auch dieser Architektur. Was aber macht die Hadriansvilla zu einem „intellektuellen Manifest“, in dem der Bauherr seine „alternative Vision des Imperiums“ formuliert hat? Obwohl nicht weiter begründet, liegt in dieser These gewiss der Schlüssel zum Verständnis dieser als Ganzes nach wie vor rätselhaften Anlage. Historisch wichtig ist ferner das Kapitel zur Kaiserin Sabina, in dem die eigenständige Rolle sichtbar wird, die eine römische Kaisergattin zu spielen hatte. Demgegenüber vermittelt die Schilderung von Hadrians persönlichem Werdegang sowie seiner Reichs- und Außenpolitik kein klares und nachvollziehbares Bild.
Rezension: Stahl, Michael





