Wer heute das UNESCO-Welterbe Obergermanisch-Rätischer Limes sucht, sieht entlang der Strecke außer den modernen Rekonstruktionen wenig bis nichts, denn oberirdisch hat sich von den 550 Kilometer langen Befestigungen, abgesehen von linear verlaufenden Hecken, Waldkanten und Feldwegen, kaum etwas erhalten. Ortsnamen wie Pfahlheim oder Pfahlbronn erinnern an die ehemals vorhandene Palisade.
Nach der Aufgabe des Limes um 260 verschwanden die baulichen Überreste in den folgenden Jahrhunderten aus dem Blick und der kollektiven Erinnerung der Menschen, stattdessen entstanden Sagen und Mythen, wie die Erzählung von der Teufelsmauer: „Der Teufel machte Christus den Vorschlag, dass er ihm einen Teil der Welt überlassen sollte, in dem nur er der Herr sei. Der Herrgott willigte unter der Bedingung ein, dass der Teufel seinen Teil im Laufe eines Tages mit einer Mauer einfassen müsse. Aus Habgier wollte der Teufel zu viel Land und hatte am Ende des Tages gerade die Hälfte der Strecke geschafft. Aus Wut warf er die Mauer [Limes] um, die seitdem Teufelsmauer genannt wird.“





