Dass Thomas von Aquin zur Autorität in der Tradition der großen Kirchenväter wie Augustinus wurde, liegt daran, dass seine Lehren sich gut eigneten, um den Häresien des 14. Jahrhunderts entgegengestellt zu werden. Am 18. Juli 1323 wurde Thomas von Aquin deshalb von Papst Johannes XXII. in Avignon heiliggesprochen. Die Aufnahme des Theologen in den Kreis der Heiligen war nicht nur eine Verneigung des Papstes vor dem Bettelorden der Dominikaner. Im Streit um die radikale Armut der franziskanischen Minderbrüder, der die Kirche erschütterte, wusste der Papst nun auch die Autorität des neuen Heiligen hinter sich, der andere Akzente gesetzt hatte und sich, ganz im Sinn der Ursprünge seines Ordens, für eine Nachfolge Christi durch Studium und Predigt ausgesprochen hatte. 1567 wurde der doctor angelicus, der „engelsgleiche Lehrer“, in den Rang eines Kirchenlehrers erhoben.





