Der Kalte Krieg – schuf er Frieden durch atomare Abschrekkung? Dutzende „heiße“ Kriege an den Peripherien der damaligen Machtblöcke USA und UdSSR sprechen eine andere Sprache. Der Sammelband „Heiße Kriege im Kalten Krieg“, herausgegeben von Bernd Greiner, Christian Th. Müller und Dierk Walter, stellt die Frage, ob die ideologischen und politischen Konflikte des Kalten Kriegs Auswirkungen auf die tatsächlich geführten Kriege in der Dritten Welt hatten. Drei einführende Beiträge ordnen die „heißen Kriege“ in den Gesamtzusammenhang ein und stellen die große Bedeutung dieser „Brennpunkte“ im Ost-West-Konflikt heraus. Es folgen 13 Fallstudien verschiedener Konflikte – etwa des griechischen Bürgerkriegs oder des irakisch-iranischen Kriegs. Hier ist Bernd Greiners Essay über Vietnam hervorzuheben. Er betont den Ausnahmecharakter des Konflikts, der sich durch exzessive Gewaltanwendung und eine besondere Asymmetrie der beteiligten Parteien auszeichnete. Andere Analysen warten mit weiteren interessanten Ergebnissen auf. So werden die Grenzen der Einflußnahme der Supermächte in Nahost oder Indien herausgearbeitet sowie die Möglichkeiten der Manipulation der „Großen“ durch vorgeblich „schwächere“ Mächte.
Rezension: Sommer, Christopher





