Das Schicksal dieser sudetendeutschen NS-Gegner fand in der deutschen Gesellschaft bisher wenig Beachtung. Einen Versuch, dies zu ändern, unternimmt nun Alena Wagnerová. Die deutsch-tschechische Publizistin präsentiert in ihrem Buch 15 Schicksale von Mitgliedern dieser Gruppe und von deren Kindern, basierend auf Interviews, die im Auftrag eines Dokumentationsprojektes der tschechischen Regierung geführt wurden. Anstatt historischer Fakten gibt die Autorin der erlebten Wirklichkeit dieser Menschen den Vorrang, auch wenn diese der offiziellen Geschichtsschreibung widerspricht. Ihr Ziel ist es außerdem, die vielfältigen Formen des Widerstands gegen den Nationalsozialismus aufzuzeigen, die nicht zwangsläufig Waffengewalt einschlossen, deshalb aber später oft keine Würdigung fanden. Wagnerová gelingt es, eine Verklärung oder gar Glorifizierung des Widerstandes zu vermeiden. Leider fehlt dem Werk aber der kritische Umgang mit den Interviews, die über mehr als 50 Jahre nach den tatsächlichen Geschehnissen gemacht wurden.
Rezension: Daniel Tuttenuj





