Der französische König Heinrich II. hatte ein Land hinterlassen, das nach einem langen, erst kurz vor seinem Tod beendeten Krieg mit Spanien finanziell erschöpft war. Es war ein Land, in dem der Protestantismus reformierter Prägung trotz aller Unterdrückungsmaßnahmen täglich neue Anhänger vor allem bei den adligen und bürgerlichen Eliten fand und in dem große Adelshäuser danach trachteten, ihre Macht und ihren Einfluss auch auf Kosten der Krone geltend zu machen.
Was ein halbwegs erfahrener Herrscher noch mit Mühe hatte zusammenhalten können, drohte unter seinem erst 15-jährigen Nachfolger auseinanderzufallen. Unter Franz II. gewann ein ursprünglich aus Lothringen stammender Familienverband, das Haus Guise, unverhältnismäßig an Einfluss. Herzog Franz von Guise und sein Bruder Karl, Kardinal und Erzbischof – nach der Herkunft der Familie allgemein „Kardinal von Lothringen“ genannt –, waren die Onkel von Franz’ Gemahlin Maria Stuart, der Tochter König Jakobs V. von Schottland und der Maria von Guise.





