„Nutze den Tag!“ schrieb Horaz, „Der Staat bin ich“, erklärte Ludwig XIV., „Eigentum ist Diebstahl“, befand Proudhon, und „Wollt ihr den totalen Krieg?“ fragte Joseph Goebbels. Die Sätze sind bekannt, doch ihr ursprünglicher Kontext ist nicht immer präsent. Abhilfe schafft jetzt das Buch „Hier stehe ich, ich kann nicht anders“ des Journalisten Helge Hesse. Angefangen bei Thales von Milet bis hin zu George W. Bush, behandelt es in 80 locker geschriebenen Kapiteln jeweils einen berühmten Ausspruch historischer Persönlichkeiten. Die Auswahl der Sätze folgt durchgängig einer Chronologie und deckt 2600 Jahre Weltgeschichte ab. Ursprung, Entwicklung und Intention des Ausspruchs werden erläutert und kritisch befragt, eine kurze historische Einordnung wird vorgenommen. Ein umfangreiches Literaturverzeichnis ermöglicht das Weiterlesen. Nicht allzu genau nimmt es Hesse allerdings zuweilen mit der richtigen Verwendung von Begriffen, so, wenn er den römischen Senat als „Parlament“ bezeichnet. Dennoch eignet sich das Buch sehr gut als Nachschlagewerk und animiert immer wieder zu vergnüglichen Ausflügen in die Geschichte des geflügelten Wortes.
Rezension:





