Im Zweiten Weltkrieg dienten, so der amerikanische Historiker Bryan Mark Rigg, rund 150000 jüdische Soldaten in der Wehrmacht. Die Zahl selbst beruht auf Hochrechnungen und ist in der Forschung umstritten, denn „Juden“ waren viele der von Rigg angeführten Soldaten nur in der Ideologie der Nationalsozialisten (bezeichnet als sogenannte Viertel- oder Halbjuden). Dies sieht auch der Autor, wenn er schreibt, daß die jüdische Identität dieser Soldaten oft „eher der Verfolgung als dem religiösen oder kulturellen Erbe“ entsprang. Doch auch wenn man eine niedrigere Größenordnung bei der Anzahl der Soldaten annimmt, bleiben die von Rigg geschilderten Lebenswege beeindruckend. Für seine Studie hat der Autor 430 Interviews mit Veteranen geführt. Während ihre eigenen Freunde und Familien verfolgt wurden, kämpften diese Solda?ten für Hitler. Die Bandbreite der Motive ging dabei von Opportunismus über Patriotismus bis zu schierem Überlebenswillen. Die Armee blieb für viele das letzte Refugium vor der NS-Vernichtungsmaschinerie.
Rezension: Talkenberger, Heike





