Der französische Altertumswissenschaftler Paul Veyne hat sich eingehend mit den Fresken, die 29 zumeist weibliche Gestalten in Szene setzen, beschäftigt und wagt eine Neuinterpretation: Er argumentiert schlüssig, dass das Fries eine Eheschließung zeigt – eine normale, keine mythologische. Eine radikale Entsakralisierung ist das Ergebnis.
Parallelen sieht Veyne zur „Aldobrandinischen Hochzeit“ in den Vatikanischen Museen. Schritt für Schritt analysiert er die einzelnen Szenen von den Hochzeitsvorbereitungen über den fröhlichen Festzug der Gäste, die der Künstler humorvoll als Satyrn und Silenen gestaltete, über die Austeilung von Sesamkuchen bis hin zum Liebespaar Bacchus und Ariadne, die als Symbol für die glückliche Zukunft der Ehe gelten können. Der Band bietet dazu schöne Abbildungen, die die Fresken nach ihrer Restaurierung 2015 zeigen. Man kann sich auch heute noch ihrer großen Ausdruckskraft nicht entziehen.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Paul Veyne
Das Geheimnis der Fresken
Die Mysterienvilla in Pompeji
wbg Philipp von Zabern, Darmstadt 2018, 206 Seiten, € 49,95





