Mit “großem Unverständnis” hat das Deutsche Nationalkomitee des Internationalen Museumsrats (ICOM Deutschland) die Entscheidung des Senats der Freien und Hansestadt Hamburg zur Kenntnis genommen, das Altonaer Museum für Kunst und Kulturgeschichte im nächsten Jahr zu schließen. In der seit einiger Zeit vor allem auf kommunaler Ebene verstärkt geführten Debatte um Einsparungen in der Museumslandschaft werde mit dem Hamburger Beschluss nun fast beiläufig angestrebt, erstmals ein Landesmuseum von besonderem Rang, ein Haus mit einer 150jährigen Geschichte, das zwei Weltkriege und eine Feuerkatastrophe überlebt hat, auf verwaltungstechnischem Wege zu beseitigen. „Eine Sammlung von über 600.000 Exponaten zur Kultur des norddeutschen Küstengebietes wird damit zum Strandgut einer verfehlten Museumspolitik, die den Häusern ständig sich wandelnde Strukturen zumutet, aber nicht die Resultate der Umstrukturierungen abwarten will“, äußerte Klaus Weschenfelder, Präsident von ICOM Deutschland, auf der Jahrestagung von ICOM Deutschland kürzlich in Leipzig.
Aus Sicht von ICOM würde die Verlagerung der Sammlung “ein Vermögen kosten”. Zudem erscheine das im Senatsbeschluss angegebene Einsparpotential in Höhe von 3.4 Millionen € “völlig unrealistisch”. Einsparungen, die aus dem Wegfall von Mietzahlungen resultieren könnten, stünden in keinem Verhältnis zu dem drohenden Verlust einer in der Hamburger Museumslandschaft unverzichtbaren, Identität stiftenden Institution, die gerade auch auf dem Gebiet der Bildungsarbeit große Erfolge vorzuweisen habe. Statt einer Schließung solltedas hinter dem Altonaer Museum stehende bürgerschaftliche Potential zum Nutzen und zur Fortentwicklung des Hauses aktiviert werden.
Der Internationale Museumsrat ICOM (International Council of Museums) ist in 137 Ländern die internationale Organisation für Museen und Museumsfachleute. ICOM Deutschland ist mit 4.300 Mitgliedern das größte Nationalkomitee innerhalb des Verbandes.





