Um 550 erreichten den oströmischen Geschichtsschreiber Procopius (gest. 562) nur sehr wenig Nachrichten aus Britannien. Es gebe dort eine von Nord nach Süd verlaufende Mauer, die die Insel teile. Im Osten sei das Land fruchtbar, im Westen dagegen sei sogar die Luft todbringend. Die Seelen der Toten würden über das Meer an die Küste des Frankenreichs gebracht. Das alles erschien dem Chronisten wohl so absurd und so unvereinbar mit dem, was früher über die römische Provinz Britannien bekannt war, dass er die Ereignisse auf eine von ihm erfundene neue Insel verlegte: Er nannte sie „Brittia“.
Als der Mönch Beda (gest. 735) im frühen 8. Jahrhundert in Northumbrien seine englische Kirchengeschichte („Historia ecclesiastica gentis Anglorum“) verfasste, sah er sich mit demselben Problem konfrontiert: Aus dem 5., 6. und 7. Jahrhundert standen ihm so gut wie keine Quellen zur Verfügung. Daran hat sich bis heute eigentlich nichts geändert. Britannien bleibt für mehrere Jahrhunderte historisch nicht zu fassen.





