Jones möchte erklären, wie es zur Eskalation einer zuvor beispiellosen Gewalt kam und warum ihr nicht Einhalt geboten wurde, auch nicht von der in der Regierungsverantwortung stehenden MSPD. Detailliert geht der Autor auf den Matrosenaufstand in Kiel, das Ende der Monarchie, die blutigen revolutionären Ereignisse in Berlin, die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg sowie die Münchner Räterepublik ein.
Deutlich wird, welch fatale Rolle vage Gerüchte und Angstphantasien vor linken Greueltaten gespielt haben, die letztlich die Akzeptanz in der Bevölkerung für die Gewaltorgien der Freikorps-Verbände und der Regierungstruppen schufen. Ein Buch, das nachdenklich macht, gerade in unseren Tagen, in denen „Fake News“ Deutungsmacht erlangen können.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Mark Jones
Am Anfang war Gewalt
Die deutsche Revolution 1918/19 und der Beginn der Weimarer Republik
Propyläen Verlag, Berlin 2017, 432 Seiten, € 26,–





