„Imperium Romanum“ – so weitreichend der Titel, so vielgestaltig sind die Beiträge der beiden Begleitbände zur gleichnamigen großen Landesausstellung in Baden-Württemberg. Der erste Band umfaßt den Zeitraum von der römischen Besetzung Südwestdeutschlands bis zum Einfall der Alamannen im 3. Jahrhundert. Dabei bieten die Aufsätze ein Bilanz der Römerforschung. Vor allem die Ergebnisse der vergangen 50 Jahre, impulsgebend für die Ausstellung, haben ein differenziertes Bild des zivilen Lebens in den Provinzen entstehen lassen. So bilden denn auch Themen wie Stadtkultur, das Leben auf dem Lande und der Alltag einen Schwerpunkt der Publikation. Daneben wird deutlich, in welch wechselseitigem kulturellen Austausch Kelten, Germanen und Römer standen, wenngleich die Romanisierung dominierend gewesen sein mag. Dieser Prozeß wird dann auch im zweiten Band fokussiert, der zeitlich an den ersten Band anknüpft. Er zeigt ein differenziertes Bild der bewegten Epoche nach dem Fall des Limes, in dem eben nicht „barbarische“ Germanen und „verweichlichte“ Römer aufeinandertrafen, und widerlegt damit die Stigmatisierungen der Geschichte. Vielmehr hat das Römische Reich hier in Form eines vielschichtigen völkerübergreifenden Güter- und Personenaustauschs ein neues Gesicht erhalten. Im Aufbau unterscheidet er sich vom ersten Band dadurch, daß er einen Überblick über das historische Umfeld der Spätantike vermittelt, bevor in Einzelbeiträgen auf die Funde Bezug genommen wird. Die opulente Bildausstattung der Werke und die detaillierte Beschreibung der Exponate, sowie ein übersichtlich gegliederter Anhang wecken die Leselust.
Rezension: Ziegler, Manuela





