Der deutsche Kaufmannssohn Balthasar Sturmer segelte in den 1530er Jahren mit einer Schiffsladung Weizen seines Vaters nach Spanien. Den Erlös verprasste er dort innerhalb weniger Wochen. Mittellos heuerte er für einen Monatssold von zwei Dukaten auf einem christlichen Piratenschiff als Büchsenmachergehilfe an. Die Kaperfahrt war erfolgreich: Ein Dutzend türkischer Handelsschiffe fiel der Besatzung in die Hände. Die Beute machte die Männer reich. Sturmer und jeder seiner Mitstreiter kamen in den Besitz von 2000 Dukaten, also ein Tausendfaches des eigentlichen Monatslohns.
Einmal auf den Geschmack gekommen, beschlossen Sturmer und einige andere Besatzungsmitglieder, sich als Piraten im Mittelmeer selbständig zu machen. Sie wollten sich für 150 000 Dukaten eine Galeere bauen lassen. Doch nahe Sizilien griffen plötzlich türkische Korsaren an. Sie töteten die halbe Mannschaft und verkauften die Überlebenden – unter ihnen der schwerverletzte Balthasar Sturmer – in muslimische Gefangenschaft. In der Folge wurde Sturmer zum Dienst an den Rudern einer türkischen Korsaren-Galeere gezwungen. Deren Kommandeur, Chaireddin Barbarossa, war im 16. Jahrhundert der bedeutendste Piratenfürst Nordafrikas.





