Im Jahr 312 siegte Konstantin an der Milvischen Brücke und damit über einen Mitstreiter um die Macht: Der unterlegene Maxentius war, wie Konstantin, Sohn eines Kaisers und hatte ebenfalls nicht akzeptieren wollen, daß in der römischen Tetrarchie vier verdienstvolle Feldherren herrschen sollten. Konstantin zog gegen seinen Gegner ins Feld und – siegte gegen eine Übermacht. Maxentius ertrank im Tiber. Bedeutung gewann Konstantins Sieg jedoch aus anderen Gründen: Der Schriftsteller Laktanz behauptete wenig später den Sieg Konstantins mit Hilfe des Christengottes, habe er doch in der Nacht vor der Schlacht im Traum den Befehl erhalten, das Christus-Mono?gramm auf den Feldzeichen zu führen. In der Konstantin-Biographie des Eusebius von Caesarea heißt es zudem, der Kaiser habe zuvor die Vision eines Lichtkreuzes am Himmel gehabt, verbunden mit den Worten: in hoc signo vinces („in diesem Zeichen wirst du siegen“). Daß Götter in Schlachten eingriffen, wurde in der Antike allgemein angenommen. Auch Träume wurden häufiger genutzt, um dem Heer Mut zuzusprechen. Ungewöhnlich war jedoch, daß diesmal der Christengott eingegriffen haben sollte. Ob Konstantin wirklich von Christus träumte, muß dahingestellt bleiben. Doch auch, wenn dies nicht der Fall gewesen sein sollte – es bleibt ihm das Verdienst, durch die spätere Unterstützung der christlichen Kirche die Grundlagen eines Reichs im Zeichen des Kreuzes geschaffen zu haben.





