Mit dem politischen Wirken Kurfürstin Therese Kunigundes hat sich Claudia von Kruedener in ihrer Dissertation eingehend befasst und spannt einen weiten europäischen Bezugsrahmen zwischen Bayern, Polen, Spanien, dem Kaiser, dem Papst und dem Osmanischen Reich auf. Die Autorin schildert, wie sich die Kurfürstin trotz mancher Divergenzen nicht nur den Respekt Max II. Emanuels erwarb, sondern sich auch als eine Landesherrin etablierte, die schließlich mit ihrer Friedenspolitik als Regentin eigenständige Akzente zu setzen wusste. Auch Therese Kunigundes diplomatische Bemühungen im venezianischen Exil werden neu beleuchtet. Leider krankt das Buch – wie viele deutsche Qualifikationsarbeiten – an einem sperrigen und unnötig umständlichen Schreibstil, der das Lesen des verdienstvollen Bandes deutlich beeinträchtigt.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Claudia von Kruedener
Kurfürstin Therese Kunigunde von Bayern (1676 – 1730) und ihre Friedenspolitik in europäischen Dimensionen zwischen Papst und Kaiser
Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2020, 412 Seiten, € 39,95





