Vor allem aber sind es die Gedichte und Zeichnungen der Mädchen, die berühren. Eines schreibt über dem Bild einer Suppenausteilung: „In unsrer großen Trümmerstadt macht Irland viele Kinder satt“. Auf mehreren Dankesbriefen sind Zeichnungen von solchen Trümmerlandschaften zu sehen; Saarbrücken war zu 75 Prozent zerstört. Ein anderes Mädchen schwärmt von „Zucker, Schinken, Fett und Speck“, während eine Schülerin bedauert, dass sie keine Spenden erhalte, weil sie nicht unterernährt genug sei. Ein ungewöhnliches Zeugnis aus der direkten Nachkriegszeit, das die damalige Not der Kinder, aber auch ihre Freuden fühlbar werden lässt.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Tony O’Herlihy/Jutta Ströter-Bender/Kulturamt Saarbrücken (Hrsg.)
Das Danke-Buch aus Saarbrücken, 1946
Zeichnungen, Briefe und Gedichte von Mädchen in der Nachkriegszeit
Tectum Verlag, Baden-Baden 2020, 145 Seiten, € 38,–





