Das Museum in Ischgl (Dorfstraße 60, A-6561 Ischgl, Tel.: +43 (0)5444-5380) gehört zum Museumsverbund „Die Schwabenkinder“ (http://www.schwabenkinder.eu/de/). Eine der Arbeiten von Schmid zeigt den Auszug der Tiroler Schwabenkinder, jenen armen Bergbauernkindern, die in früheren Jahrhunderten alljährlich über die Alpen zu den Kindermärkten in Süddeutschland wanderten, um dort als Arbeitskräfte für eine Saison an Bauern vermittelt zu werden. In DAMALS 3-2013 wird das Schicksal der Schwabenkinder in einem Artikel vorgesellt.
Ein überaus reiches Künstlerleben hatte seine Erfüllung gefunden, als Schmid im Alter von 88 Jahren am 22. Januar 1923 in München starb. Schmid, der bei Karl Theodor von Piloty studiert hatte, gelangte durch seine kirchenkritischen Genrebilder, Zeichnungen, Fresken und Tiroler Alltagsschilderungen zu Ruhm und Ansehen. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Titel eines königlich-bayerischen Akademieprofessors und wurde von Kaiser Franz Josef mit dem Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens ausgezeichnet. Obwohl Schmid international anerkanntes Aushängeschild der österreichischen Malerei war, blieb seine Kunst zeitlebens immer eng mit seiner Tiroler Heimat verbunden.
In Schmids Malereien und Zeichnungen taucht erlebtes-, religiöses- und weltliches Brauchtum bzw. brauchmäßiges Verhalten auf, und auch verschiedenste mythologische Gestalten kommen immer wieder vor. Bereits in seinem Frühwerk sind es unter anderem die Nörgelen, ein sagenhaftes Zwergenvolk in Tirol, die er auf das Zeichenpapier bannte. Mathias Schmids letztes und unvollendet gebliebenes Werk, begonnen im Jahre 1922, greift wieder dieses Motiv auf: Nörgelen betrachten ein im Rasen schlafendes Bauernmädchen. Er kehrt damit zur Volkssage zurück, was auch Ausdruck dafür ist, dass ihn seine engere Heimat Paznaun geistig nie losgelassen hat.
Neben der original Mathias-Schmid-Stube aus dem Jahr 1851 können im Museum zahlreiche Gemälde, Zeichnungen, Skizzenbücher, Dokumente und Erinnerungsstücke des Künstlers betrachtet werden. Hinzu kommen Beispiele der Volkskunst. Das Museum ist auch Ausgangspunkt des Mathias-Schmid-Kunstlehrpfads über Mathon nach Galtür.





