Normalerweise war das Amt des römischen Kaisers eine Stellung auf Lebenszeit. Diese Lebenszeit fand in der Ära der Soldatenkaiser bei vielen Herrschern ein sehr frühes Ende. Mit Diokletian betrat ein Kaiser die historische Bühne, der die Geschichte der römischen Imperatoren durch die Novität eines freiwilligen Abgangs bereicherte. Nach einer langen Regierungszeit zog er sich im Jahr 305 in den wohlverdienten Ruhestand zurück und überließ, nach einem ausgeklügelten Plan, die Regierung seinen Nachfolgern. Kaum ein anderer römischer Herrscher – sieht man vielleicht von Augustus und Konstantin dem Großen ab – hat den römischen Staat tiefgreifender und nachhaltiger geprägt als jener Diokletian. Er begann seine Karriere als typischer Soldatenkaiser und beendete sie als großer Reformer und Stabilisator. Er stellte mit Blick auf die Erfahrungen der Soldatenkaiserzeit die richtige Krisendiagnose und verordnete dem Römischen Reich die passende Therapie.