Der Fokus der Schau liegt auf der Erlebnis- und Erfahrungswelt jüdischer Soldaten und ihrer Familien. Durch Feldpostbriefe, Tagebücher, Fotografien und andere persönliche Objekte wird ein Themenbereich beleuchtet, der bei größeren Ausstellungsprojekten bisher nur am Rande Anklang fand. Auf zwei Ausstellungsebenen wird das historische Ereignis in individuell erlebte und beschriebene Momente zerlegt. Das subjektive Empfinden bildet also den Mittelpunkt und damit wird der Patriotismus vieler jüdischer Deutscher und deren Mitwirken am Krieg greifbar gemacht. Auch der zutiefst verstörende Alltag im Schützengraben und die religiöse Erfahrungsdimension jüdischer Soldaten spielen in der Ausstellung eine Rolle.
Es wird deutlich, dass der Antisemitismus innerhalb des Militärs und der Gesellschaft mit fortschreitender Kriegsdauer stark zunahm. Es kam zu ersten Ausgrenzungen von Juden. Nach 1918 begann eine Kontroverse („Dolchstoßlegende“) um Erinnerung und Geschichtsdeutung in Bezug auf das deutsche Judentum und den Ausgang des Ersten Weltkriegs, die bis heute die deutsche Erinnerungskultur beeinflusst.





