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k. u. k. von A bis Z

Autor: Prof. Dr. Philipp Austermann

Der Graphiker, Designer und Illustrator Martin Czapka hat es schon wieder getan: Nach seinen schön gezeichneten und lehrreichen Büchern „Wiener Cafés“ und „Wien 1900“ hat er sich in seinem neuesten Werk der k. u. k. Monarchie insgesamt und …

k. u. k. von A bis Z
Der Graphiker, Designer und Illustrator Martin Czapka hat es schon wieder getan: Nach seinen schön gezeichneten und lehrreichen Büchern „Wiener Cafés“ und „Wien 1900“ hat er sich in seinem neuesten Werk der k. u. k. Monarchie insgesamt und damit im Wesentlichen der Zeit des Kaisers Franz Joseph I. angenommen.
Autor
Prof. Dr. Philipp Austermann
17. September 2026
Lesezeit
2 Minuten
Rubrik
Rezensionen

Prof. Dr. Philipp Austermann

Der Graphiker, Designer und Illustrator Martin Czapka hat es schon wieder getan: Nach seinen schön gezeichneten und lehrreichen Büchern „Wiener Cafés“ und „Wien 1900“ hat er sich in seinem neuesten Werk der k. u. k. Monarchie insgesamt und damit im Wesentlichen der Zeit des Kaisers Franz Joseph I. angenommen.

Erneut präsentiert Czapka ein „lexikalisches Sammelsurium“: Er erklärt in alphabetischer Reihenfolge Begriffe, Biographien, Orte, Wirtschaftsunternehmen etc., die mit der Zeit zwischen 1830 und 1916 verbunden sind. Das Ganze illustriert er mit wunderbaren Zeichnungen, treffenden Zitaten damaliger Geistesgrößen, eingestreuten Episoden aus dem Leben des Kaisers und witzigen Cartoons. Barbara Sternthal hat (erneut) ein instruktives Vorwort beigesteuert.

Czapka spannt einen Bogen von „A“ (für schlussendlich „ausgemusterten“ kaiserlichen Hausrat) bis „Zwicker“ (den Franz Joseph in seinen letzten Lebensjahren tragen musste). Dem Autor und Zeichner gelingt ein facettenreiches Porträt des Kaisers und seiner Zeit. Auch die zahlreichen Austriazismen und aus der Zeit gefallenen Begriffe verleihen dem Werk seinen besonderen Charme. Mit verschiedenen Einträgen charakterisiert der Autor und Zeichner den Herrscher, dessen weltbekannte Frau Sisi und die Habsburgerfamilie.

Er zeigt Franz Joseph als pedantischen Pflichtmenschen mit fest geregeltem Tagesablauf, der sich durch große persönliche Anspruchslosigkeit und Bescheidenheit, aber auch politische Ambitionslosigkeit auszeichnete. Sein größtes Interesse galt dem Militär. Statt Büchern las er lieber den „Heeresschematismus“. Kunst und Wissenschaften interessierten ihn persönlich nicht. Gleichwohl förderte er sie ebenso wie den Ausbau Wiens.

Die Hauptstadt entwickelte sich wie andere europäische Metropolen in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts in rasantem Tempo. Strom, fließendes Wasser, Straßenbahnen und Automobile hielten Einzug. Die verschiedenen Kulturen Österreich-Ungarns bereicherten – wie Czapka belegt – die Kunst, Literatur und nicht zuletzt auch die Küche Wiens.

Zugleich nahmen die politischen Unruhen zu. Der berühmte „Ausgleich“ zwischen den beiden (nahezu) gleichberechtigten Reichshälften Österreich und Ungarn im Jahr 1867 konnte für mehrere Jahrzehnte Ruhe verschaffen. Nachhaltig war er aber nicht, zumal dringend erforderliche politische Reformen ausblieben. Stattdessen regierte Franz Joseph mitsamt seinen Ministern und Beamten nach dem Motto „Quieta non movere“. Das einmal Entschiedene (vor allem die Staats- und Regierungsform) sollte bestehen bleiben und das Ruhende nicht bewegt werden.

Die Lektüre dieses Buches ist (um pflichtgemäß im k. u. k. Beamtendeutsch zu bleiben) sehr zu empfehlen. Mit den Worten Franz Josephs: „Es war sehr schön. Es hat mich sehr gefreut.“

Martin Czapka, k. u. k. & Co. Ein lexikales Sammelsurium rund um das Leben in der Doppelmonarchie. Amalthea Verlag, Wien 2025, 288 Seiten, € 40,–.

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