Im Sommer des Jahres 14 begleitete der 75-jährige Kaiser Tiberius nach Kampanien, von wo dieser sich nach Dalmatien einschiffte. Augustus selbst erkrankte kurz darauf schwer und starb in Nola. Die Gerüchteküche brodelte: Hatte seine Frau Livia ihren Mann ermordet? Hielt sie seinen Tod so lange geheim, bis ihr Sohn wieder zurückgekehrt war? Der Zeitgenosse Velleius Paterculus schrieb, es sei ihm unmöglich, alles zu nennen, „was die Menschen damals fürchteten, auf welch schmalem Grat zwischen Heil und Verderben wir damals wanderten“. In der Tat fürchtete man, mit dem Tod des Princeps werde das Reich wieder in Bürgerkriegen versinken. Doch alles ging glatt: Die Legionen schworen Tiberius die Treue, Augustus wurde unter die Götter erhoben, und sein Herrschaftssystem sollte als „Prinzipat“ noch Jahrhunderte andauern.





