Zwischen der historischen Person und dem mit ihr verbundenen Mythos zu trennen ist im Fall Barbarossas wohl so geboten wie bei keinem anderen Kaiser des Mittelalters – ausgenommen vielleicht bei Karl dem Großen. Denn der Erinnerung der Deutschen haben sich weniger Leben und Taten des staufischen Kaisers eingeprägt als vielmehr die Vorstellung, er sei nach seinem Tod in einen Berg entrückt worden und warte dort schlafend auf seine Wiederkehr.
Dass dies ein Phänomen von Barbarossas Nachleben ist, liegt auf der Hand. Und diese Legende, die sich im 19. Jahrhundert zum deutschen Nationalmythos mausern sollte, hat mit der historischen Person nur insoweit zu tun, als sie ohne Barbarossas Tod nicht hätte entstehen können – genauer gesagt: ohne das Schicksal seiner Gebeine. Denn das Wissen um deren Verbleib ging mit dem Untergang der Kreuzfahrerstaaten am Ende des 13. Jahrhunderts endgültig verloren.





