Michael Bienert und Elke Linda Buchholz beschreiben in ihrem Buch „Kaiserzeit und Moderne“, wie Berlin vor allem wegen der Bautätigkeit Wilhelms II innerhalb einer Generation sein neues Gesicht bekam. Der Kaiser wollte Berlin zur Hauptstadt von Weltformat ausbauen. Neben notwendigen Bauten wie Mietskasernen, Krankenhäusern, der Kanalisation und des U-Bahn-Systems, um der stetig anschwellenden Bevölkerung gerecht zu werden, wurden zahlreiche Prunkbauten errichtet, ebenso sollte mit den breiten Alleen, auf denen Militärparaden abgehalten wurden, die Großmachtstellung des Reichs unterstrichen werden. Überall in der deutschen Hauptstadt findet man Bauten dieser Epoche: Regierungs- und Verwaltungsgebäude, Universitäten, Bibliotheken, Bahnhöfe, Kirchen und Hotels. Das berühmteste unter ihnen ist sicher der 1894 eingeweihte Reichstag, der übrigens erst 1916 die Inschrift „Dem deutschen Volke“ erhielt. Jugendstil, Neugotik und Neoklassik sind die vorherrschenden Stile dieser Gebäude, Schnörkel und Verzierungen ihr Markenzeichen. Hinzu kommen noch unzählige Denkmäler und Statuen von berühmten deutschen Dichtern und Denkern bzw. preußischen Königen. Wer also in Berlin auf der Suche nach historischen Gebäuden unterwegs ist, dem kann dieses Buch durchaus als Reiseführer nützlich sein. Es beinhaltet neben detaillierten Kapiteln wie etwa zum Berliner Verkehrssystem auch Stadtpläne mit Standorten einzelner Gebäude und Informationen über deren damaligen und heutigen Verwendungszweck. Zudem bietet es noch Geschichten über damals berühmte Berliner – zum Beispiel den „Hauptmann von Köpenick“.
Rezension: Schultze, Christopher




