von CHRISTOPH DRIESSEN
Am 7. Januar 1876 war Leopold II. wie stets schon seit fünf Uhr morgens auf den Beinen. Es gehörte dabei zu seiner Routine, den Tag mit einem Glas heißen Wassers zu beginnen. Anschließend begab er sich aus dem eiskalten Palastgebäude – geheizt wurde auf seine Anordnung hin so gut wie nicht – zu seinem Morgenspaziergang in die ausgedehnten Parkanlagen von Laeken bei Brüssel. Wenn er ging, sah man, dass er hinkte. Leopold, 41 Jahre alt und seit 1865 auf dem Thron, war ein großer, hagerer Mann mit eindrucksvollem Propheten-Bart. Seine lange, gebogene Nase allerdings ließ ihn nach den Worten des englischen Premierministers Benjamin Disraeli aussehen wie einen „jungen Märchenprinzen, den eine böse Fee verwunschen hat“.





