Durch das Rom vergangener Tage wollen sie uns führen, die Menschen mit ihren Sorgen und Freuden, ihren Machtgelüsten und Ohnmachtsgefühlen lebendig werden lassen, die beiden Autoren Arne Karsten, Kunsthistoriker an der Humboldt Universität zu Berlin, und Volker Reinhardt, Historiker an der Universität Fribourg. Und so erzählen sie in ihrem Buch „Kardinäle, Künstler, Kurtisanen“ „wahre“ Geschichten, deren Einzelheiten sich alle in den Dokumenten der Zeit verzeichnet finden. Die Rede ist etwa von dem zaudernden, durch seine Doppeldiplomatie die Sicherheit Roms gefährdenden Clemens VII., der im „Sacco di Roma“ den Triumph der antipäpstlichen Soldateska erlebte. Oder von den beiden geschäftstüchtigen Schlachtern aus Norcia, die ihrer allseits beliebten Wurst heimlich das Fleisch der von ihnen getöteten Menschen beimischten, was ihrer Wurst gerade den unverwechselbaren Geschmack gab. Oder von dem exzentrischen, auf seine Ehre als Aristokrat bedachten Barockmaler Michelangelo da Caravaggio, dessen Bilder von Gewalt und Gnade auch heute noch ihre Wirkung nicht verfehlen. Das Ergebnis ist ein sehr unterhaltsames, nicht allzu tiefschürfendes Buch, das man erst aus der Hand legen möchte, wenn man alle Geschichten gelesen hat.
Rezension: Talkenberger, Heike





