Am 28. Februar 1986 hatte der Abend des schwedischen Ministerpräsidenten nach einem harten Arbeitstag mit Entspannung begonnen. Das Ehepaar Palme entschloß sich, ins Kino zu gehen. Palme schickte seine Leibwächter nach Hause, stieg mit Lisbeth in die U-Bahn und fuhr von der Altstadt nach Norrmalm, wo sie im „Grand“ den Film „Die Brüder Mozart“ sehen wollten. Sie trafen sich vor dem Kino mit ihrem Sohn und dessen Frau, reihten sich in die Schlange vor der Kasse ein, und wie immer dachten die Menschen, daß das doch ein gutes Land sei, in dem selbst der Premierminister wartet, bis er an der Reihe ist.
Nach dem Film trennten sich die beiden Ehepaare. Olof und Lisbeth spazierten die Straße entlang, um 23.21 Uhr erreichten sie die Kreuzung zwischen dem Sveavägen und der Tunnelgatan (die heute Olof Palmes Gata heißt). Da trat von hinten ein Mann heran und feuerte zwei Schuß aus einem Magnumrevolver auf sie ab. Palme war tot, bevor er zu Boden gefallen war.
Verwirrung entstand. Eine Frau glaubte, es mit einem epileptischen Anfall zu tun zu haben. Mehrere Leute begannen erste Wiederbelebungsversuche. Zwei Notrufe gingen an die Polizei, welche die Ambulanz verständigte. Niemand wußte, um wen es sich bei dem Opfer handelte. Ein Kommissar, der kurz nach den ersten Streifen eintraf, fragte Lisbeth Palme nach ihrem Namen. „Bist du verrückt“, schrie sie, „kennst du mich nicht? Ich bin Lisbeth Palme. Und dort liegt mein Mann Olof!“ Mittlerweile hatte ein Passant einen zufällig passierenden Krankenwagen angehalten, der Palme in das Sabbatsberg-Krankenhaus brachte. Dort waren die Ärzte auf den Notfall vorbereitet, konnten kurz nach Mitternacht aber nur noch den Tod des Ministerpräsidenten feststellen – und eine leichte Verletzung Lisbeths.
Thomas Etzemüller





