von DAVID NEUHÄUSER
In seinem unvollendeten Epos über den römischen Bürgerkrieg, überliefert als „De bello civili“ (auch bekannt als „Pharsalia“), beschreibt der Dichter Lukan (39–65) einen heiligen Hain der Gallier und dessen Zerstörung durch Gaius Julius Caesar (100–44 v. Chr.) und seine Truppen. Vor dem inneren Auge des Lesers entsteht ein wahrhaft düsteres Bild: „Altäre sind aufgerichtet mit schrecklichen Schlachtbänken und jeder Baum ist mit Menschenblut geweiht. … Selbst der Moder und die Blässe des faulenden Holzes setzen in Schrecken; so fürchten sie nicht geheiligte Götterbilder von gewöhnlicher Gestalt: so sehr steigert sich die Angst, wenn man die Götter, die man fürchten soll, nicht kennt. Außerdem geht das Gerücht, dass oft bei einem Erdbeben die hohlen Kavernen dröhnen, dass Eiben umstürzen und sich wiederum erheben; dass Waldbrände auflodern ohne Feuer und dass sich Schlangen rings um die Baumstämme ringeln.“





