Arne Karsten schreibt auch von der Janusköpfigkeit Venedigs. Einerseits seien die Dogen Förderer von Kunst und Kultur gewesen, wodurch sie auch das Ansehen der Stadt vermehrt hätten: So brachte Venedig mit Tizian, Tintoretto und Bellini einige der bedeutendsten Maler der Renaissance hervor. Andererseits hätten die Lenker der Geschicke Venedigs vor allem den Ausbau ihrer Macht erstrebt. Dies äußerte sich insbesondere im Kampf mit dem Hauptkonkurrenten Genua um die Vorherrschaft im Mittelmeer.
Im Venedig des 18. Jahrhunderts fand die Kultur noch zu später Blüte: etwa in den Opernsälen oder im Theater. Geschildert wird auch, wie Venedig zu seinem beeindruckenden Stadtbild mit den reich verzierten Palazzi des Adels und dem Dogenpalast gekommen ist.
Arne Karsten lässt zudem die sozialen Entwicklungen nicht außer acht und geht auf die Folgen der Großen Pest im Mittelalter ebenso ein, wie auf heutige gesellschaftliche Probleme: Zum Beispiel auf die immer älter werdende venezianische Gesellschaft und den historischen Stadtkern, den immer weniger Menschen bewohnen.
Rezension: Lange, Timo





