Seit 1992 arbeitet der promovierte Historiker daran, die Überbleibsel des Klosters Lorsch, einer der wohlhabendsten und bedeutendsten Abteien des Frankenreiches, museal ins Licht zu setzen. Die Torhalle ist hier das älteste und am besten erhaltene Relikt, zugleich das noch immer rätselhafteste. Als Klosterpforte war der frei stehende Bau erkennbar nicht konzipiert. Wofür aber dann? Zum Empfang prominenter Besucher als „Salutatorium“? Als Gerichtslaube? Immerhin wissen wir mittlerweile, dass er nicht, wie lange angenommen, aus der Zeit Karls des Großen stammt, sondern etwa 100 Jahre später errichtet wurde, allerdings zum Teil mit älterem Material. So hatten die korinthischen Kapitelle wohl schon in einem früheren Gebäude Verwendung gefunden, von karolingerzeitlichen Steinmetzen antiken Modellen akkurat nachgebildet.





