Einleitende Kapitel geben zu Beginn in kurzer und anschaulicher Form einen Eindruck davon, wie der König vor dem Druck und den täglichen Pflichten des hohen Amtes und der quälenden Last persönlicher Probleme aus der Wirklichkeit floh und Halt in einer unwirklichen, märchenhaften Welt suchte. Den Rahmen hierfür bildeten die fiktive Opernwelt Richard Wagners und die prunkvolle Architektur der Schlösser. Das Leben und Wirken der faszinierenden, aber auch zwiespältigen Person Ludwigs skizziert der Autor aus verschiedenen Blickwinkeln. So werden Beziehungen zu Personen, die dem König nahestanden, wie zu Kaiserin Elisabeth von Österreich, bekannt als „Sisi“, zu Richard Wagner oder das Verhältnis zu seiner Familie beleuchtet. Im Fokus des Buches steht jedoch Ludwig als passionierter Baumeister. Die Verbindung von mythologischen und historischen Aspekten und die unterschiedlichen Architektur- und Stilformen ziehen den Betrachter bis heute in ihren Bann. Die Scheu Ludwigs vor der Öffentlichkeit und die daraus resultierende Flucht in die Welt der Kunst, vor allem der mittelalterlichen Sagen- und Ritterwelt, zeigt sich darin, dass 154 Schauspiele, 44 Opern und 11 Ballette für den König separat aufgeführt wurden. Sein Handeln, seine Schlösser und letztlich sein mysteriöser Tod haben dazu beigetragen, den Mythos vom „Märchenkönig“ zu begründen und im Bewusstsein der Menschen zu verankern.
Rezension: Philipp Pilson





