Marschiert da aus der Tiefe des Raums eine Kolonne auf den Betrachter zu – vornweg drei Kämpfer im Harnisch und behelmt, dahinter die lange Doppelreihe ihrer ebenso ausstaffierten Kameraden? Nein, es sind nur mit Schutzwaffen – so heißt das im Fachjargon – bestückte Kleiderständer, eindrucksvoll inszeniert. Aber im Halbdunkel des riesigen Lagerraums, beidseitig flankiert von massiven Holzregalen, gehen die Aufsteller leicht als martialisches Aufgebot des 17. Jahrhunderts durch. Wir befinden uns im zweiten Stock des Landeszeughauses in Graz, der weltweit größten erhaltenen historischen Waffenkammer.
Dass dieses Arsenal mit seinen rund 32 000 Objekten auf die Besucherinnen und Besucher eine fast hypnotisierende Wirkung hat, weiß Bettina Habsburg-Lothringen sehr genau: Nach einer Stunde inmitten von akkurat aufgereihten Schwertern, Spießen, Pistolen, Gewehren, Kanonen, Helmen, Harnischen und Schilden gerate man fast in einen Taumel, berichtet die Abteilungsleiterin Kulturgeschichte des Universalmuseums Joanneum, verantwortlich für das Zeughaus: „Finden die Leute das genial? Oder ist es manipulativ?“





