Es fällt auf, wie intensiv die Geschichte der drei rheinischen Städte Mainz, Speyer und Worms mit der Machtpolitik der fränkischen und deutschen Könige und Kaiser in Früh- und Hochmittelalter verbunden war. Für das Spätmittelalter gilt das weniger, denn die wichtigsten Zentren der in dieser Zeit das Königtum tragenden Familien (Habsburger, Luxemburger, Wittelsbacher) lagen eher im Osten. Aber für die Phase von etwa 800 bis 1200 ist der Befund eindeutig.
Nicht immer war diese Verbindung spannungs- und reibungsfrei. Im Gegenteil: Die politische Gemengelage im Aufeinandertreffen von Stadtbürgern, Bischöfen und Königen war kompliziert und schwierig. Doch keine Frage: Immer wieder spiegelte sich gerade an diesen Orten die besondere Machtsymbolik des mittelalterlichen Kaisertums. Es war das Merkmal dieser Symbolik, dass sich Weltliches und Sakrales untrennbar miteinander zu verschränken schienen – auch über den „Investiturstreit“ zwischen Kaiser und Papst hinaus.





