Einen Schwerpunkt seiner Schilderungen bilden die Krankheiten verschiedener amerikanischer Präsidenten, von Woodrow Wilson über Franklin D. Roosevelt bis John F. Kennedy. Dabei kritisiert Gerste die amerikanische Gepflogenheit des cover up, der Vertuschung von Unliebsamem. Der Öffentlichkeit wurde etwa nicht nur der schlechte gesundheitliche Zustand Wilsons verschwiegen, sondern in einer entscheidenden weltpolitischen Phase zwischen 1919 und 1921 breitete sich um diesen geistig und körperlich zerrütteten Mann auch ein Machtvakuum im Weißen Haus aus, das zur außenpolitischen Lähmung der Vereinigten Staaten führte.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Ronald D. Gerste
Wie Krankheiten Geschichte machen
Von der Antike bis heute
Verlag Klett-Cotta, Stuttgart 2019, 379 Seiten, € 20,–





