Die Heiden sind noch immer in Dublin!“ – Fast hört man noch das sorgenvolle Seufzen des Schreibers der „Annalen von Ulster“, als er im Jahr 841 notierte, dass die Wikinger im Vorjahr eine Hafenfestung angelegt und erstmals den Winter auf irischem Boden verbracht hatten. Und sehr ähnlich erging es sicherlich dem Mönch in England, der 851 in der „Angelsächsischen Chronik“ vermerkte: „Und zum ersten Mal blieben die Heiden den Winter über.“ Die Wikinger hatten ein Winterlager auf der Insel Thanet (heute Teil des Festlands) in Kent errichtet.
Nach etlichen Jahren der saisonalen Raubzüge, die den Opfern wenigstens im Winter eine Ruhepause ermöglichten, blieben die Nordleute nun dauerhaft in Britannien. Dies änderte die Lage grundlegend: Statt kurzer und begrenzter Überfälle meist zahlenmäßig kleiner Schiffsbesatzungen waren es nun auch große Heerhaufen berittener Krieger, die tief im Hinterland zuschlagen konnten. Es kamen Fürsten und Könige, welche die Herrschaft über das Land an sich rissen, und Siedler, die es bestellten und bebauten. Damit wurden die Skandinavier zu einer neuen Bevölkerungsgruppe und zu einem wichtigen Faktor im politischen und sozialen Gefüge der Britischen Inseln.





