Wer eine Lebensgeschichte des Goldschmieds und Bildhauers Benvenuto Cellini (1500 –1571) schreibt, kämpft gegen zwei übermächtige Gegner an: Er hat es einerseits mit der Autobiographie des Protagonisten und dadurch andererseits mit dessen selbsterzeugtem Mythos zu tun. So kann der Autor eigentlich nur verlieren. Bestätigt er die von Cellini erzählten tolldreisten Geschichten von Mord und Totschlag, Geisterbeschwörung, Helden- und Schandtaten, Verführung und Verstrickung, hohem Aufstieg und tiefem Fall, so erzählt er im besten Fall nach, was ja bereits unnachahmlich farbig, burlesk, dramatisch und larmoyant zugleich von Cellini selbst erzählt wurde.