Tvedt schlägt große Bögen. Er schildert die Geschichte der jeweiligen Staaten, wie sie sich vor allem seit dem 19. Jahrhundert bis heute in Verbindung mit dem Nil darstellt. Diese Geschichte ist tiefgreifend von den kolonialen Interventionen der Europäer bestimmt worden. So sandten die Engländer Expeditionen, um den Lauf des Nils zu erkunden, und entdeckten die großen Seen in Ostafrika als Wasserreservoir des weißen Nils – was ihre Kolonialpolitik in Ägypten massiv beeinflusste. Das lehrreiche Buch lässt allerdings eine Karte vermissen, die doch der Verfasser selbst zum Verständnis der Nilregion für unabdingbar hält.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Terje Tvedt
Der Nil
Fluss der Geschichte
Ch. Links Verlag, Berlin, 2. Aufl. 2021, 592 Seiten, € 35,–





