Karls des Großen Herrschaft war in den letzten Jahren seines Lebens in die Krise geraten. Die ersten Normannenstürme rollten über das Frankenreich hinweg, ständige Gefahr drohte von den feindlichen Dänen, Sonnenfinsternisse und Mißernten, so glaubte man, kündeten von nahendem Unheil. Rastlos versuchte Karl der Große, den Zorn Gottes von seinem Reich abzuwenden, bekämpfte Irrlehren und die Mißachtung der Gebote Gottes und unterwies auf Synoden die fränkischen Bischöfe über den rechten Glauben. Karls Hauptsorge mußte indes der Zukunft des fränkischen Throns gelten. In einer Nachfolgeregelung (divisio regnorum) hatte er 806 sein Reich unter seinen ältesten Söhnen Karl, Pippin und Ludwig aufgeteilt. Doch waren Karl wie Pippin nur wenige Jahre später gestorben. Einzig Ludwig war jetzt noch geeignet, die Herrschaft über das Riesenreich zu übernehmen. Ihn, der bereits seit 781 das Unterkönigtum Aquitanien innehatte, ließ Karl im September 813 nach Aachen holen. Nachdem er die Zustimmung der fränkischen Großen eingeholt hatte, ließ er seinen Sohn nach byzantinischem Vorbild dort in der Pfalzkapelle durch Krönung und Akklamation zum Mitkaiser erheben. Dabei scheint Karl selbst derjenige gewesen zu sein, der Ludwig die Kaiserkrone aufs Haupt gesetzt hat. Als Karl der Große im Januar 814 starb, kehrte Ludwig, der später den Beinamen “der Fromme” erhielt, nach Aachen zurück und trat dort das ungeteilte Erbe seines Vaters an. Energisch versuchte er, die Einheit des Frankenreichs zu bewahren. Doch vergeblich, nach seinem Tod wurde es geteilt.





