Die Journalistin Kate Berridge hat nun eine so spannende wie amüsante Biographie Madame Tussauds vorgelegt. Dabei kann sich die Autorin zwar auf eine Autobiographie ihrer Protagonistin beziehen, doch diese verschleiert in ihren Stilisierungen und Mythenbildungen mehr, als sie erklärt. Die Biographin dagegen erlaubt ihren Lesern einen Blick hinter die Fassade der brillanten Geschäftsfrau, Künstlerin und Pionierin der Massenunterhaltung.
1761 wurde Madame Tussaud als Marie Grosholtz in Straßburg in einfachen Verhältnissen geboren und kam schon früh im Haus ihres Onkels mit der Kunst der Wachsbildnerei in Berührung. Zur Zeit der Französischen Revolution finden wir sie in Paris. Sie wurde von den Jakobinern gezwungen, die Opfer der Guillotine in Wachsmasken zu verewigen; diese makaber anmutende Tätigkeit legte, zugleich mit einer Wachsfigurensammlung ihres Onkels, den Grundstein für ihre 1835 in London eröffnete Schau, die ihre Berühmtheit bis heute sichert.
Rezension: Talkenberger, Heike





