Für sie war es oft ein Weg in die Prostitution: Millionen Mädchen und junge Frauen wanderten im 19. und beginnenden 20. Jahrhundert in die Neue Welt aus. Sie kamen aus dem Reich, aus Russland oder Galizien. Ihrem Schicksal spürt die Ausstellung „Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930“ im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven (Columbusstraße 65, Tel. +49 (0)471 90220-0) noch bis zum 28. Februar 2013 nach. Die Schau schlägt damit ein bisher wenig beachtetes Kapitel der Migrationsgeschichte auf. Der „Gelbe Schein“ war der umgangssprachliche Ausdruck für den Prostituierten-Ausweis im vorrevolutionären Russland: Wollten Jüdinnen innerhalb des Russischen Reichs umziehen, waren sie gezwungen, ihn zu benutzen.