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Mahner gegen politische Instabilität
Mit den Historiendramen wollte Shakespeare seinen Zeitgenossen deutlich machen, wie gut sie es unter der aktuellen Herrschaft von Elisabeth I. bzw. Jakob I. hätten. Deshalb malte er das politische Chaos früherer Zeiten unter unfähigen Königen in umso grelleren Farben aus.
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Wie ein düsterer Block stehen die „Königsdramen“ im gewaltigen Werk William Shakespeares. In rascher Folge waren sie im letzten Jahrzehnt des 16. Jahrhunderts entstanden. Eine machtbewusste Frau regierte England: Königin Elisabeth I. aus dem Haus Tudor. Die ersten Stücke hatte der junge Shakespeare zwischen 1589 und 1591 geschrieben. Da saß die außergewöhnliche Monarchin schon mehr als 30 Jahre auf dem Thron.
Die elf Bühnenstücke schuf Shakespeare in einer beispiellos kreativen Phase seines Lebens, wobei seine Autorenschaft von einem, „König Heinrich VIII.“, umstritten ist. Ein anderes, „König Eduard III.“, wurde erst vor wenigen Jahren als frühes Shakespeare-Stück anerkannt und in den Werkkanon aufgenommen. Eine Sprachsoftware hatte den Text geprüft und die Experten von der Authentizität des Stückes überzeugt.
Handelnde Personen entstammen der politischen Elite des Landes
Schauplatz der historischen Königsdramen ist England, nur gelegentlich sind es Frankreich und Flandern. Die erste Gesamtausgabe von Shakespeares Werken, der berühmte Folioband aus dem Jahr 1623, fasste sie als „Histories“ zusammen. Die in ihnen auftretenden Personen kommen aus der obersten Schicht der höfischen Gesellschaft Englands. Es sind die Könige und ihre Verwandten, es sind politisierende Adlige und Geistliche; selten, und dann nur als Statisten, sind es Kammerdiener und Boten, Offiziere und Seeleute. Frauen tauchen in Nebenrollen auf, als Königinnen und Herzoginnen und auch einmal als Zofe oder Wirtin einer Kneipe.
Die handelnden Figuren bewegen sich in einer abgehobenen Welt. Sie reden in einer Sprache, die uns heute gedrechselt vorkommt, voller Anspielungen und gewürzt mit überbordendem patriotischem Pathos. Dieser hatte nach dem spektakulären Sieg der englischen Flotte über die spanische Armada im Ärmelkanal (1588) einen kräftigen Auftrieb erhalten.
Den sterbenden Johann von Gent, einen der mächtigsten Männer des Landes, lässt Shakespeare in dem um 1595 entstandenen Werk über den englischen König Richard II. (1377–1399) mit schwärmerischen Worten das Zeitgefühl ausdrücken: „Dies stolze Eiland, Thron von Königen, / dies Land voll Majestät, ein Sitz des Mars, / ein zweites Eden, Demi-Paradies, / dies Bollwerk, das Natur sich selber schuf, / der Infektion durch Krieg zu widerstehen, / dies Volk, so glücklich in der kleinen Welt, / oh, dies Juwel, in Silber eingefasst / vom Meer, das ihm als sichrer Schutzwall dient, / vielmehr als Graben, der das Haus beschützt / vor Neidern, die nicht ganz so glücklich sind. / Gesegnet ist dies Land, dies Reich, dies England“ („Richard II.“, 2. Aufzug, 1. Szene).
Wenn Shakespeare England als Juwel preist, dann bezieht er sich auf seine Gegenwart. Aber was hat die mit der fernen Vergangenheit zu tun, in der das Stück spielt? Gab es eine Zeit, in der die in „Silber eingefasste“ Insel kein „zweites Eden“ war? Alle Königsdramen sind zeitlich in den anderthalb Jahrhunderten zwischen der Thronbesteigung Eduards III. im Jahr 1327 und 1485 angesiedelt, als Heinrich Tudor, der spätere König Heinrich IV., aus dem Exil in Frankreich zurückkehrte und zum Begründer einer neuen Dynastie wurde.
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Es ist das Zeitalter der blutigen Rosenkriege (1455 – 1485) und ihrer langen Vorgeschichte, als die Adelshäuser Lancaster und York um die Macht und die Thronfolge in England kämpften. Die Britischen Inseln erlebten damals eine nicht enden wollende Folge von Kriegen, Gewalttaten und Aufständen. Es waren Jahrzehnte des Schreckens und der Not. Sie hatten sich tief in das Gedächtnis der Menschen eingegraben.
Den historischen Stoff, den Shakespeare in den Königsdramen auf die Bühne bringt, können heute selbst Historiker nur mit Mühe in seinen dynastischen Verästelungen nachvollziehen. Das mag neben der Sprache Shakespeares einer der Gründe dafür sein, weshalb moderne Theaterregisseure die Historiendramen nur selten für die Bühne inszenieren. Die schiere Zahl der in ihnen auftretenden Personen und ihre oft sperrigen Dialoge in Versform erschweren dem heutigen Publikum das Verständnis.
Den zeitgenössischen Zuschauern wird es nicht anders ergangen sein. Da saßen keine kenntnisreichen Historiker auf den harten Holzbänken der Theater. Es war aber auch nicht Shakespeares Absicht, sein Publikum, das in der Mehrheit weder lesen noch schreiben konnte, mit Geschichtsstunden zu konfrontieren.
Shakespeare entwirft seine eigene Version der englischen Geschichte
Im Unterschied zum Historiker nahm Shakespeare sich bei der Behandlung des historischen Stoffs alle dichterischen Freiheiten. Die Dialoge und Monologe der auftretenden Personen, die meisten dramatischen Elemente in den Handlungen, die Szenen auf der Bühne – alles das waren seine Erfindungen, Produkte seiner scheinbar unerschöpflichen Phantasie. Dem Stückeschreiber Shakespeare ging es nur vordergründig um Geschichte, wie sie „eigentlich gewesen ist“. Ihm ging es um etwas anderes. Aber um was?
Der Dramatiker Shakespeare verfolgte mit seinen Historiendramen kaum verhohlen aktuelle politische Absichten. Er bewunderte die machtbewusste Frau auf dem englischen Thron. Wie Elisabeth I. sorgte auch er sich um die politische und soziale Stabilität des Gemeinwesens. Dabei hatte die Königin sowohl die politische Bedeutung des Theaters als auch dessen Funktion als wirkungsvolles Instrument der Propaganda erkannt. Ohne ihre Duldung und ohne die finanzielle Förderung durch ihren Hof wäre der populären Schauspieltruppe Shakespeares, den „Lord Chamberlain’s Men“, die Grundlage ihrer Theaterarbeit entzogen worden. Was lag für ihn also näher, als der Königin mit seinen Mitteln öffentlich Loyalität zu beweisen und sie als Garantin für die Wohlfahrt aller ihrer Untertanen zu preisen?
Die Konflikte der englischen Monarchen mit ihren Feinden und Rivalen faszinierten Shakespeare und boten ihm eine Überfülle an Stoff. Aber ihm war auch klar, dass sich aus den royalen Konflikten in der Vergangenheit für die Gegenwart Einsichten gewinnen und Lehren ziehen ließen. Der schlichten Unterhaltung dienten seine Königsdramen deshalb nur bedingt. Hinter ihnen verbargen sich tiefere Absichten und eine andere Funktion, die sie haben sollten: Sie sollten den Zeitgenossen einen Spiegel vorhalten, sie sollten zur Warnung und Abschreckung dienen und das Haus Tudor legitimieren.
Schon ein flüchtiger Blick auf die Regierungsjahre von Herrschern wie Eduard III. (1327–1377), Richard II. oder gar Richard III. (1483 –1485) genüge, um zu erkennen, wie friedlich und glücklich die Gegenwart im Vergleich mit der von Gewalt und Skrupellosigkeit geplagten Vergangenheit war. Das zeitgenössische England – das war in der Sicht Shakespeares und der seiner Sponsoren ein friedvolles „zweites Eden“.
In der Eingangsszene von „König Richard III.“ lässt Shakespeare den Herzog von Gloucester, den späteren Richard III., an die Bühnenrampe treten und nach dem „Winter unseres Missvergnügens“ die Gegenwart verklären: „Auf unsern Brauen prangen Siegerkränze, / zerhaune Schwerter sind nur noch Trophäen. / Aus strengem Feldlärm wurden muntre Feste, / aus Trommelmärschen heitre Tanzmusik“.
Wie gefährdet der Frieden in diesem Eden allzeit war, bewies am anschaulichsten der gescheiterte Staatsstreich Robert Devereux’, des Grafen Essex, den dieser im Februar 1601 gegen die kränkelnde, nunmehr 68 Jahre alte Königin angezettelt hatte. Am Vorabend der geplanten Aktion ließ der Graf, ursprünglich ein Günstling Elisabeths I., das Stück „König Richard II.“ von Shakespeares Schauspieltruppe vor seinen Gefolgsleuten aufführen. Der Grund? Das Stück handelt von der Absetzung und Ermordung eines schwachen Königs, der sich seinen Aufgaben und den Erwartungen der Bevölkerung nicht gewachsen zeigte.
Nur mit Mühe konnte Shakespeare damals den Verdacht entkräften, ein Mitverschwörer des Komplotts gegen die Königin zu sein. Davon musste er sich ohne Wenn und Aber distanzieren. Als flammenden Aufruf zum Aufruhr gegen die geschwächte staatliche Autorität wollte er sein Werk nicht verstanden und nicht missbraucht sehen. Essex wurde im Londoner Tower enthauptet. Auf Aufrührer und Verschwörer im Dunstkreis des Hofes, vor allem wenn sie der katholischen Sache dienten oder auf ihre illegitime Geburt anspielten, hatte Elisabeth I. stets mit Härte reagiert. Die Anwendung von Gewalt und der Vollzug der Todesstrafe waren in ihrer Welt alltäglich.
Die Ermordung des Monarchen zerstört die göttliche Ordnung
Darf man einen Monarchen stürzen, gegen ihn bzw. gegen sie rebellieren, einfach nur deshalb, weil ihm/ihr als Herrscher alle dafür notwendigen Fähigkeiten fehlen? Das war in den Augen Shakespeares und der elisabethanischen Gesellschaft nicht nur Hochverrat, sondern die frevelhafte Erschütterung der göttlichen Weltordnung. Das verlangte geradezu zwangsläufig nach Sühne.
Deshalb stellte Shakespeare den skrupellosen Henry Bolingbroke aus dem Haus Lancaster, der später als Heinrich IV. (1399 –1413) den englischen Thron bestieg, nicht als Retter des Landes dar, sondern als einen Herrscher, der nach der Ermordung seines Vorgängers lebenslang unter Schuldgefühlen litt. Er hatte den Königsmord befohlen.
Gegenüber seinen Söhnen und Freunden bekennt Heinrich IV. im gleichnamigen Stück (2. Teil): „Dies neue prächt’ge Staatskleid, Majestät, / sitzt mir nicht so gemächlich, wie ihr denkt“ (5. Aufzug, 2. Szene). Und kurz vor seinem Tod klagt er: „O Schlaf! O holder Schlaf!, / du Pfleger der Natur, wie schreckt’ ich dich, / dass du nicht mehr zudrücken willst die Augen / und meine Sinne tauchen in Vergessen? / … Schwer ruht das Haupt, das eine Krone drückt“ (3. Aufzug, 1. Szene).
Seinen ehrgeizigen Plan, gewissermaßen als Buße einen strapaziösen Kreuzzug ins Heilige Land anzuführen, vermochte Heinrich IV. nicht zu realisieren. Er stirbt bei Shakespeare in einem Zimmer seines Palastes in Westminster. Es trägt den Namen „Jerusalem“. Anspielung auf den Lebenstraum des Königs, Ironie des Dichters oder eine späte Strafe Gottes?
Shakespeare konnte auf sein Stück „König Heinrich V.“ verweisen, das nur zwei Jahre vor der Verschwörung des Grafen Essex einen König auf die Bühne gebracht hatte, der sich nicht nur durch einen starken Gerechtigkeitssinn, sondern auch durch Autorität und Tatkraft auszeichnete. Shakespeare hatte Heinrich V. in seinem gleichnamigen Stück als „Englands Stern“ gerühmt, aber er meinte wahrscheinlich nun König Jakob I. aus dem Haus Stuart, den Nachfolger Elisabeths I. auf dem Thron Englands. Als Sohn Maria Stuarts war er manchem Adligen in England höchst suspekt. Nicht so für Shakespeare. Seiner Schauspieltruppe gab er umgehend einen neuen Namen. Seit 1603 trat sie als „The King’s Men“ auf.
War der Dichter nur ein Sprachrohr der Propaganda?
Die Behauptung, Shakespeare habe sich allzu bereitwillig und wissentlich, ja opportunistisch in den Dienst einer Propagandakampagne zur Legitimierung der Tudors und ihrer Herrschaft einspannen lassen, geht wahrscheinlich zu weit. Aber Elisabeth blieb nicht verborgen, dass ihr Thron von vielen Seiten bedroht war. Das erklärt einige ihrer radikalen politischen Entscheidungen und ihre Unterstützung für Shakespeare und seine Truppe.
Die mit großer Brutalität betriebene Rekatholisierung Englands unter Königin Maria Tudor („Bloody Mary“ oder Maria die Katholische, 1553 –1558), die nach ihrem Tod verordnete Rückkehr zum Protestantismus unter ihrer Halbschwester Elisabeth I. und deren Kinderlosigkeit erweckten den Eindruck, das Haus Tudor hätte dem Land kein Glück gebracht. Es stehe daher unter Rechtfertigungsdruck. Ein Bürgerkrieg war in England in diesen Jahren nie auszuschließen und hing während der langen Herrschaft der Königin wie ein Damoklesschwert über dem Land.
Hinzu kamen in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts Missernten, Hungersnöte, Teuerungen und verheerende Ausbrüche der Pest. Bei genauerem Hinsehen war das elisabethanische Zeitalter in England also gar nicht so golden und idyllisch. Vor allem mit dem verengten Blick auf Literatur und Theater wird es im Nachhinein gern als solches dargestellt. In Wahrheit war Shakespeares England nach dem Urteil des Historikers Neil MacGregor eine „ruhelose Welt“.
Somit dienten die Historiendramen Shakespeares als Folie, vor der die Tudor-Monarchen von Heinrich VII. bis Elisabeth I. als Lichtgestalten begriffen werden können und sollen. Ihre Herrschaft führe jedermann vor Augen, dass sie England zu einem friedlichen Land, zu einer Art Paradies gemacht hätten. So geht es in den Historien Shakespeares im Grunde nur oberflächlich um grenzenlosen Ehrgeiz, Niedertracht und Gewalt, um Intrigen und tückische Morde, um Machtgier und Neid.
In ihnen geht es um mehr. Im Gegensatz zur „Unordnung“ in Staat und Gesellschaft, wie sie die Historien schildern, sei in der Gegenwart – also unter den Tudors – die göttliche oder kosmische „Ordnung“, die aus den Fugen geraten war, wiederhergestellt worden.
Aber Shakespeare beließ es nicht bei seinem entschiedenen Eintreten für die politischen Interessen der Tudors und Königin Elisabeths I. In seinen Historiendramen stellte er grundsätzliche Fragen. Wie sollte ein Monarch charakterlich beschaffen sein, und wodurch ist er zum Regieren an der Spitze eines großen Gemeinwesens überhaupt legitimiert? Wann darf ein Usurpator des Throns gewaltsam abgesetzt werden?
Im Fall Richards III., der sich an die Macht geputscht hatte, geschah die Absetzung schon 1485, nach nur knapp zwei Jahren auf dem Thron. Sie war gerechtfertigt, denn die Thronfolge Richards beruhte auf Unrecht, auf Lug und Trug. Sie war überhaupt nur möglich geworden durch die Ermordung seiner beiden jungen Neffen – den inhaftierten „Prinzen im Tower“.
Um den bösartigen, intriganten König zu charakterisieren, ließ ihn Shakespeare im Stück „Richard III.“ selbst sprechen: „Ich bin gewillt, als Schurke zu beweisen, / wie sehr ich die Vergnügen dieser Tage hasse. / Ich habe Netze ausgelegt und Fährten, / Gerüchte, Prophezeiungen und Träume, / um meinen Bruder Clarence und den König / zu gegenseitiger Feindschaft aufzuhetzen“ (1. Aufzug, 1. Szene). War ein solcher Mann zur Herrschaft berufen?
Richards Nachfolger war der 28-jährige Heinrich VII. (1485 –1509), der erste Tudor auf dem englischen Thron. Seine Krönung in London am 30. Oktober 1485 stellte die Ordnung wieder her, denn aus Shakespeares Sicht besaß er alle Begabungen, Geisteskräfte und Tugenden, die seinem Vorgänger, dem gewissenlosen Schurken Richard III., abgingen. Ein eigenes Stück hat Shakespeare über Hein-rich VII. nicht geschrieben. Über die Gründe dafür mag man spekulieren.
Mit Heinrich VII. wenden sich die Dinge wieder zum Guten
Am Ende von „König Richard III.“ tritt Heinrich VII. auf dem Schlachtfeld von Bosworth (1485) in der Grafschaft Leicestershire als der großherzige Versöhner auf. Mit pathetischen Worten lässt ihn Shakespeare nach dem Ende der Rosenkriege zurückblicken und zugleich vorausschauen in eine friedvolle Zukunft unter seiner nun beginnenden Herrschaft: „England war lang im Wahnsinn, schlug sich selbst: / der Bruder, blind, vergoss des Bruders Blut; / der Vater würgte rasch den eignen Sohn; / der Sohn, gedrungen, ward des Vaters Schlächter; / all dies entzweite York und Lancaster.“ Heinrich VII., der Stammvater der Tudors, schließt mit Worten, die wie ein Segen klingen: „Getilgt ist Zwist, gestreut des Friedens Samen: / dass er hier lange blühe, Gott, sprich Amen!“ (5. Aufzug, 4. Szene).
Shakespeare ist der aufklärerischen Rolle, die er sich selbst zugeschrieben hatte, sein Leben lang treu geblieben, auch dann noch, als der englische Thron 1603 nach dem Tod Elisabeths I. mit Jakob I. an die schottischen Stuarts gefallen war. Äußerungen von ihm, die sich auf den Dynastiewechsel und dessen Legitimität beziehen, sind nicht bekannt. In seinem ganzen Werk plädiert Shakespeare für die stabile Ordnung im Staat. Immer wieder beschwört er die Gefahren, das Chaos und die Anarchie, die die Oberhand gewinnen, wenn sich die Ordnung durch das leichtfertige oder eigensüchtige Handeln der Verantwortlichen auflöst.
Ordnung und Stabilität sind für den großen englischen Dramatiker die höchsten politischen Werte. Was Unordnung für die Gesellschaft bedeutet, sollen seine Historiendramen aufzeigen. Das Land sei durch den Frieden, den die gekrönten Häupter seit 1485 aufrechterhalten hatten, zum „zweiten Eden“ geworden. Das müsse die Gegenwart voller Dankbarkeit würdigen und unermüdlich preisen. Genau das war Shakespeares eindringliche Botschaft an seine Zeitgenossen.
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