Aimé Bonpland: Mann in Humboldts Schatten - wissenschaft.de | DAMALS
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Mann in Humboldts Schatten
Der französische Botaniker Aimé Bonpland (1773–1858) war der hochgeachtete Begleiter des Forschungsreisenden Alexander von Humboldt. Nach dem Ende ihrer Zusammenarbeit und einer längeren Zwischenstation in Frankreich verließ Bonpland Europa. Im brasilianisch-argentinischen Grenzgebiet machte er als experimentierfreudiger Pflanzer eine zweite Karriere.
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Bonpland versichert, dass er von Sinnen kommen werde, wenn die Wunder nicht bald aufhören.“ So schildert Alexander von Humboldt (1769–1859), die Eindrücke seines Reisegefährten, als dieser zum ersten Mal die Tropenvielfalt der Neuen Welt erlebte. Aber auch Humboldt selbst war überwältigt vom Reichtum der Natur. Für alle Zeit wird Aimé Bonplands Name mit der großen Expedition verbunden sein, welche die beiden Wissenschaftler zwischen 1799 und 1804 durch die Tropenwelt der spanischen Kolonien in Amerika führte.
Auf zweien der berühmtesten Gemälde, die zur Erinnerung an die Reise geschaffen wurden, ist auch Bonpland verewigt: einmal sehr authentisch, porträtiert von Friedrich Georg Weitsch. Für dieses Bild saß er dem Künstler 1807 in Berlin Modell. Es zeigt ihn mit seiner Botanisiertrommel beim Herbarisieren. In der Ferne strahlt die Schneekrone des Chimborazo.
Die andere Szene hat Eduard Ender im Jahr 1856 geschaffen. Man sieht die beiden Forscher an einem Arbeitstisch im Urwald. Doch das Gemälde ist eine theatralische Inszenierung. Es entstand, als Bonpland bereits 83 und Humboldt 87 Jahre alt waren. Das Werk von Weitsch ist das einzige, das den jungen Aimé Bonpland zeigt, wie er während der Reise wohl ausgesehen hat. Auf beiden Kunstwerken sieht man ihn in einer Nebenrolle. Er war der Mann in Humboldts Schatten.
„Wir leben zusammen wie zwei Freunde, wie zwei Brüder“
Was aber war sein Beitrag zur großen amerikanischen Reise? Der Zufall führte die beiden Forscher in Paris zusammen. Humboldt lud den französischen Botaniker und Mediziner ein, ihn auf seiner Expedition zu begleiten. In höchsten Tönen schilderte er ihn im Jahr 1801: „Er ist überaus tätig, arbeitsam, sich leicht in Sitten und Menschen findend, spricht sehr gut Spanisch, ist sehr mutvoll und unerschrocken.“ Auch Bonpland schätzte seinen Reisepartner: „Wir leben zusammen“, notierte er, „wie zwei Freunde, wie zwei Brüder: Was sein ist, ist mein, was mein ist, gehört ihm. Die große Harmonie hat uns die unzähligen Mühen vergessen lassen, die wir inmitten der Wilden erlebt haben, auf dem Orinoco, dem Río Negro, dem Amazonenfluss und auf den eisigen Gipfeln der großen Kordilleren der Anden.“
Ihre wissenschaftlichen Rollen waren klar verteilt: Bonpland war der Mann für die botanischen und zoologischen Details, Humboldt hingegen hatte das Ganze im Blick. Er entwickelte die Konzepte. Kurz vor der Expedition hatte er sein Programm formuliert: „Mein eigentlicher, einziger Zweck ist, das Zusammen- und Ineinander-Weben aller Naturkräfte zu untersuchen, den Einfluss der toten Natur auf die belebte Tier- und Pflanzenschöpfung.“ Damit definierte er, ohne allerdings den Begriff schon zu kennen, die moderne Ökologie. Lehrbücher bezeichnen sie heute als „Wissenschaft von den Beziehungen der Organismen untereinander und mit ihrer Umwelt“.
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Die Botanik spielt in Humboldts Programm eine zentrale Rolle. Stattliche 60 000 Pflanzenproben haben die beiden Wissenschaftler in Lateinamerika gesammelt. Darunter waren rund 6000 verschiedene Pflanzenspezies und viele hundert international bis dahin unbekannte Arten. Bonpland leistete dabei die Hauptarbeit. Zudem war er auch für das Sammeln und Bestimmen von Tieren und Mineralien zuständig.
Nach der Rückkehr im Jahr 1804 begannen die Forscher in Paris mit der Publikation ihres großen Reisewerks. Humboldt rechnete mit einer Arbeitszeit von zweieinhalb Jahren. Er konnte nicht ahnen, dass sich die Veröffentlichung fast drei Jahrzehnte hinziehen und dass das Werk mehrere Pariser Verleger und am Ende sogar ihn in den finanziellen Ruin treiben würde. Im Jahr 1822 gestand er seinem Bruder Wilhelm, dass er nun „arm wie eine Kirchenmaus“ sei.
Letztendlich umfasste das Reisewerk – je nach Bindung und Zählweise – zwischen 29 und 34 Bänden. Mit 20 Bänden und 1274 der insgesamt 1334 Kupferstiche nimmt die Botanik den mit Abstand größten Anteil ein. Da Humboldt seinem Reisegefährten eine Mitautorschaft für das Gesamtwerk angeboten hatte, trug es den Titel „Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent fait en 1799, 1800, 1801, 1802, 1803 et 1804 par Al. de Humboldt et A. Bonpland“.
Aufarbeitung der Forschungsreise: Dafür hat Bonpland kaum Zeit
Nach der Rückkehr aus Amerika war Humboldt durch sein Privatvermögen zunächst noch gut abgesichert. Doch für Bonpland musste gesorgt werden. Humboldt vermittelte ihm eine Stelle bei der Kaiserin Joséphine (1763–1814; 1796 bis 1809 mit Napoleon verheiratet). Sie ernannte ihn zum Intendanten der botanischen Gärten von Malmaison und Navarra. Diese ehrenhafte Aufgabe sollte jedoch bald zu Konflikten mit Humboldt führen, denn sie lag dem Praktiker weitaus mehr als die Auswertung der Pflanzensammlungen.
Bonpland verbesserte die Verwaltung der Parks und Gebäude, er widmete sich der Akklimatisierung und Kultivierung tropischer Pflanzen, und er züchtete Merino-Schafe. Zudem kümmerte er sich um botanische Publikationen: Mit Pierre-Joseph Redouté, dem bedeutendsten Pflanzenmaler Frankreichs, arbeitete er im Auftrag der Kaiserin an Prachtwerken über Lilien und seltene Pflanzen, die in ihren Gärten kultiviert wurden. Allerdings zog er auch den Zorn Napoleons auf sich: Ohne zu wissen, dass es sich um den Lieblingsbaum des Kaisers handelte, fällte er einen alten Ahorn. Nur der energische Einsatz Joséphines konnte die Entlassung ihres Hofgärtners verhindern.
Auf Schloss Malmaison lernte Bonpland im Jahr 1810 auch seine künftige Ehefrau Adeline Delahaye kennen. Die 19-jährige Adlige war zwei Jahre zuvor gegen ihren Willen verheiratet worden, ihrem Mann dann jedoch entflohen. Joséphine nahm sie in ihre Obhut und organisierte die Scheidung. Bald darauf heiratete Adeline den 37-jährigen Hofgärtner.
Doch die Tage seiner Anstellung waren gezählt. Als Napoleon im Jahr 1814 abdanken musste und Joséphine kurz darauf starb, suchte sich Bonpland neue Ziele. Mit der Auswertung der botanischen Sammlungen für das Reisewerk war er bis dahin kaum vorangekommen. Enttäuscht musste sich Humboldt nach einem neuen Mitstreiter umsehen. Er fand ihn in dem 23-jährigen Carl Sigismund Kunth (1788–1850). Doch es war eine fast übermenschliche Aufgabe, die sich Kunth aufgebürdet hatte. Grundlage seiner Arbeit waren die von Bonpland gesammelten Herbarbelege und dessen „Journal botanique“ – seine Feldaufzeichnungen.
Nur auf massives Drängen hatte ihm Bonpland diesen Schlüssel zu den Sammlungen überlassen. Es sollte dann bis zum Jahr 1834 dauern, bis Kunth das botanische Werk abschloss. Ohne seine standhafte Schreibtischtätigkeit und die vorangegangene akribische Feldarbeit Bonplands wäre die Publikation der 20 botanischen Bände nicht möglich gewesen.
Als Kunth in Paris begann, plante Bonpland längst seine eigene Forschungsreise. Bereits 1808 hatte er in Paris und London Kontakt zu Unabhängigkeitskämpfern wie Simón Bolívar (1783–1830) und Bernardino Rivadavia (1780–1845), später erster Präsident Argentiniens, gesucht. Dieser lud ihn ein, sich in Buenos Aires den Revolutionären anzuschließen.
Zehn Jahre im erzwungenen Exil in Paraguay
Am 23. November 1816 verließ Bonpland zusammen mit seiner frisch angetrauten Ehefrau Le Havre in Richtung Buenos Aires. Dort geriet er jedoch zwischen die Richtungskämpfe der Politiker. Enttäuscht entschloss er sich, eine neue Existenz fern der Hauptstadt aufzubauen. In einer früheren Jesuitensiedlung an der Grenze zu Paraguay errichtete er zusammen mit indigenen Guaraní eine Plantage für Mate (spanisch: Yerba mate). Doch seine Aktivitäten konkurrierten mit dem benachbarten Paraguay. Dessen Diktator, José Gaspar Rodríguez de Francia (1814 –1840), sah seine Interessen bedroht und schickte im Dezember 1821 400 Soldaten zu Bonplands Anwesen. Sie ermordeten 19 der Guaraní und verschleppten den Forscher, zusammen mit 63 weiteren Gefangenen, auf paraguayisches Gebiet.
Unfreiwillig verbrachte Bonpland dort fast zehn Jahre. In seinem erzwungenen Exil richtete er einen landwirtschaftlichen Betrieb und ein kleines Krankenhaus ein. Den Diktator bekam er nie zu Gesicht. In seiner Tätigkeit war er zwar frei, aber er durfte die ihm zugewiesene Gegend nicht verlassen und mit niemandem in Briefkontakt treten.
Humboldt setzte alle Hebel in Bewegung, um seinen Reisegefährten freizubekommen. Er bat Bolívar um Hilfe und berichtete auch Johann Wolfgang Goethe von Bonplands Gefangenschaft. Sogar Adeline Delahaye, die sich in Buenos Aires von ihrem Mann getrennt hatte, bemühte sich um dessen Befreiung. Genauso unvermittelt, wie man ihn festgenommen hatte, erfolgte seine Freilassung. In São Borja in Brasilien, am Ostufer des Río Uruguay, der dort die Grenze zwischen Argentinien und Brasilien bildet, fand Bonpland 1831 ein neues Zuhause.
Bis zu seinem Lebensende wohnte und arbeitete er hier und im rund 200 Kilometer südwestlich gelegenen Santa Ana in der argentinischen Provinz Corrientes auf der anderen Seite des Río Uruguay. Sein Traum war, dort ein „zweites Malmaison“ zu errichten. In São Borja und Santa Ana kultivierte er Tabak, Baumwolle, Mais, Weizen, Süßkartoffeln, aber auch Pfirsich-, Mandel- und Orangenbäume. Er experimentierte mit Maniok, der Heilpflanze Mirabilis jalapa und der Santa-Cruz-Riesenseerose, die er als „Wassermais“ bezeichnete.
Auch chinesischen Tee baute er an, und natürlich Mate. Eine der von ihm neu entdeckten Mate-Arten nannte er Ilex humboldtiana. Auch Pferde und Rinder züchtete der Franzose und, wie in Malmaison, Merino-Schafe. Mit seinen nachhaltigen Anbaumethoden erwarb er sich Ansehen in der bis dahin als wenig fruchtbar gehaltenen Region. Doch obwohl er während seines zweiten Aufenthalts in Südamerika viel forschte und seine Ergebnisse auch akribisch niederschrieb, publizierte er keine Arbeiten mehr.
Arzt, Pflanzer und Geschäftsmann, der viele Ehrungen erfährt
Seinen Lebensunterhalt bestritt Bonpland als Arzt und mit dem Verkauf seiner landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Er lebte bescheiden, kleidete sich schlicht und ging oft barfuß. Zwischen den Stadtbewohnern und den Guaraní auf dem Land, deren landwirtschaftliche und botanische Kenntnisse er schätzte und schriftlich dokumentierte, bildete Bonpland eine wichtige Brücke. Nicht von ungefähr sprach Humboldt in einem Bericht von dessen „indianischer Lebensweise“.
Um zu forschen und um Geschäfte zu betreiben, reiste der Botaniker durch Argentinien, Uruguay und Brasilien. Viele tausend Kilometer legte er dabei zurück, die meisten auf den Flüssen: mit Segelbooten, Flößen und Kanus. Anfang der 1840er Jahre fand er in Corrientes eine neue Lebensgefährtin: Victoriana Cristaldo, eine Indigene. Aus der Beziehung gingen, als Bonpland bereits über 70 Jahre alt war, drei Kinder hervor.
Abgesehen von der Zeit seiner Haft in Paraguay, stand Bonpland mit Humboldt in regelmäßigem Briefkontakt. Aus den mehr als 25 Briefen, die von beiden nach 1816 überliefert sind, spricht eine herzliche, tiefe Freundschaft. Wichtigstes Thema war Bonplands Arbeit und seine manchmal schwierige finanzielle Lage, die ihre Ursache in den politischen Unruhen und Kriegen hatte.
Gelegentlich schickte Humboldt ihm eine bescheidene Geldsumme, aber auch einige seiner Publikationen. Insgesamt führte Bonpland eine Korrespondenz mit fast 700 Briefpartnern. Hin und wieder sandte er Kisten mit botanischen, zoologischen und mineralischen Belegen an das Muséum national d’histoire naturelle nach Paris. Sie waren der Dank für eine kleine Pension, die ihm der französische Staat bezahlte.
Bisweilen äußerte Bonpland den Wunsch, zumindest für einige Zeit nach Frankreich zurückzukehren. Aber dann sprach er gleich wieder davon, doch lieber in Südamerika zu bleiben. So bekannte er: „Daran gewöhnt, im Schatten jahrhundertealter Bäume zu leben, den Gesang der Vögel zu hören, die in ihren Zweigen nisten, das kristallklare Wasser eines Baches zu meinen Füßen gleiten zu sehen, wie könnte ich diese Verluste in dem lautesten und aristokratischsten Viertel von Paris kompensieren? Eingesperrt auf einem Dachboden müsste ich für einen Buchhändler arbeiten, der meine Werke veröffentlichen wollte, und hätte keinen anderen Trost, als von Zeit zu Zeit eine Rose am Fenster meines Zimmers aufblühen zu sehen! Ich würde das verlieren, was ich am meisten schätze – die Gesellschaft der Pflanzen, mit denen ich aufgewachsen bin.“
Europa hat ihn nie ganz vergessen. Das beweisen die vielen Ehrungen. So nahmen ihn die Französische Akademie der Wissenschaften und die Geographische Gesellschaft von Frankreich als Mitglied auf. Der König von Preußen verlieh ihm den Rote-Adler-Orden. Die Universität Greifswald beehrte ihn mit dem Doktorgrad honoris causa. Eine seiner größten Ehrungen war es, dass die im Jahr 1853 in Hannover gegründete botanische Zeitschrift der Kaiserlich Leopoldinisch-Carolinischen Akademie der Naturforscher den Namen „Bonplandia“ erhielt. Und in Argentinien erschienen wenige Jahre vor seinem Tod zwei Bonpland-Biographien.
Durchaus begütert und auch als Berater gefragt
Auf seinen Gütern in Brasilien und Argentinien führte er ein gutes Leben. Von seinen Mitbürgern geschätzt, bewirtschaftete er dort seinen Besitz. In São Borja besaß er im Jahr 1853 gut zwei Hektar kultiviertes Land. Dort hatte er 1600 Orangenbäume gepflanzt. Seine Ländereien in Santa Ana hingegen umfassten stattliche 100 Quadratkilometer. Sie waren, so beschrieb sie Bonpland 1854, „mit ausgezeichneten Weiden bedeckt, die von den Wassern des Uruguay gebadet, von kleinen Flüsschen durchschnitten und durch drei fischreiche Seen verschönert sind.“ Im Jahr 1853 hielt er dort rund 2000 Schafe. Bedroht waren seine Aktivitäten allerdings immer wieder durch die anhaltenden Bürgerkriege, die erst 1852 endeten.
Seit 1854 informierte die Zeitschrift „Bonplandia“ ihre Leser regelmäßig über die Aktivitäten ihres Namenspatrons. Aber auch in Frankreich stießen seine Unternehmungen auf Interesse. So verlas man 1854 in der Französischen Akademie der Wissenschaften einen seiner Briefe. Darin schilderte er sein Leben und seine Arbeit in Santa Ana. Mehr als die Hälfte des Oktoberhefts des Jahrgangs 1855 der „Bonplandia“ war dem Botaniker gewidmet. Berichtet wurde vor allem über dessen Zusammenarbeit mit Juan Pujol, dem Gouverneur der Provinz Corrientes. Dieser hatte den über 80-Jährigen zu seinem offiziellen Berater ernannt. Glänzend verstand es Pujol, die Kooperation mit dem legendären Forscher medial in Szene zu setzen. In mehreren Zeitungen und Zeitschriften ließ er seine Korrespondenz mit Bonpland drucken. Mit Verzögerung erschien diese dann auch in Deutschland in der „Bonplandia“. Dort wurde auch die Gründung eines naturhistorischen Museums in Corrientes erwähnt, zu dessen erstem Direktor Bonpland 1854 ernannt worden war.
Zudem beriet er den Kongress der Provinz Corrientes bei der Kultivierung von Mate. Sein Landgut in Santa Ana sei, so heißt es in einem Protokoll, „ein wahrer botanischer Garten“. Einer der Redakteure der „Bonplandia“. schrieb: „Der friedliche Landmann, der Philosoph, ist noch einmal National-Ökonom, den Mächtigen der Welt nahe gestellter, tätig eingreifender Staatsbürger geworden.“
Hochangesehen, starb Bonpland am 10. Mai 1858 mit 84 Jahren. Er war weder verarmt noch verbittert. Diese Legende, die bis zum heutigen Tag durch viele Humboldt- und Bonpland-Biographien geistert, hat im Jahr 1872 ein nationalistisch gesinnter deutscher Humboldt-Biograph in die Welt gesetzt. Der letzte Brief, den Humboldt an seinen Gefährten schrieb, erreichte diesen nicht mehr. Humboldt schloss ihn mit den Worten: „Es gibt niemanden auf dieser Erde, der Dir von Herz und Seele mehr zugetan ist als ich.“
Humboldt hat Bonpland als Mitautor seines gesamten Reisewerks verewigt und dessen Leistungen sein Leben lang gewürdigt. Auch die botanischen Kürzel HBK – Humboldt-Bonpland-Kunth – halten seine Verdienste in Erinnerung. Der Ort Santa Ana, in dem der Forscher wirkte, wurde nach seinem Tod in „Bon-pland“ umbenannt. Viele Pflanzen und Tiere sind, zum Beispiel der Tintenfisch Grimalditeuthis bonplandi, nach dem Forscher benannt. In Corrientes trägt das Museum, dessen erster Direktor er war, seinen Namen. Im Jahr 2017 gründete man dort die „Associación Cultural Bonpland“. Auf der großen Bühne der Weltgeschichte und der Wissenschaften war Aimé Bonpland sicher kein Hauptdarsteller, aber für die Botanik Lateinamerikas hat er Unvergessliches geleistet.
Autor: Dr. Frank Holl
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