Einen anderen Ansatz wählt die französische Philosophin Élisabeth Badinter für ihr Buch über Maria Theresia, die für sie einen „Meilenstein in der Geschichte der Frauen“ darstellt. Vor allem auf der Grundlage von Briefen und Gesandtschaftsberichten möchte sie der „psychologischen Wahrheit“ der Herrscherin auf die Spur kommen. Sie fragt nach den sozialen Rollen, die Maria Theresia zu erfüllen hatte, nach Widersprüchen und Emotionen, nach familiären Prägungen und außerfamiliären Einflüssen. Das liest sich interessant, ist aber historisch zu wenig reflektiert. Die Emotionalität der Briefe etwa wurde durch die damaligen Konventionen der Briefkultur historisch geformt.